Magdeburg l So einfach zufrieden zu stellen ist Bennet Wiegert eigentlich nicht. Der SCM-Trainer ist eher Perfektionist und findet immer noch irgendeine Stellschraube, an der man drehen kann. Dass er nach dem Klaus-Miesner-Gedenkturnier in Ilsenburg seiner Mannschaft ein dickes Kompliment aussprach, ist daher ein Fingerzeig, dass Wiegert mit der Vorbereitung auf die neue Saison zufrieden ist.

„Der Turniersieg freut uns natürlich sehr. Aber das Finale gegen Celje war für uns auch eine Art Generalprobe für die neue Saison. Und wie die Mannschaft das angegangen ist, hat mich beeindruckt“, lobte der Coach. Die Volksstimme analysiert anhand einiger Stichpunkte, ob das berechtigt ist.

⦁ Angriff

Beim Turnier in Ilsenburg haben die Magdeburger insgesamt 93 Tore erzielt. Auch beim Spiel gegen Celje im Rahmen der Saisoneröffnung warf der SCM 36 Tore. Und es hätten in allen Spielen noch mehr sein können. Einige Male wurde aber das Passspiel am gegnerischen Kreis übertrieben. Und bei den ersten zwei Spielen in Ilsenburg wurden auch noch zu viele Chancen liegen gelassen.

Unterm Strich ist der Angriff aber schon bereit für die Saison. Vor allem die Außen. Ob Matthias Musche oder Lukas Mertens über links, Tim Hornke oder Daniel Pettersson über die andere Seite – da herrscht immer Gefahr. Wiegert: „Mit den Außenpositionen bin ich sehr zufrieden. Dass es da funktioniert, darauf ist unser Spiel ja auch ausgelegt.“

⦁ Abwehr

Am eigenen Kreis müssen die Magdeburger noch zulegen. Vor allem beim ersten Spiel gegen Celje in der Getec-Arena wurden die Torhüter beim 36:34 viel zu oft alleingelassen. „Wir haben in der Vorbereitung hart trainiert. Durch die hohe Belastung fehlte immer mal ein Schritt“, erklärte Piotr Chrapkowski nach dem Spiel.

In Ilsenburg lief es schon besser. 66 Gegentore in drei Spielen sind ein guter Wert. Allerdings waren Schaffhausen, Elverum und Celje auch keine Gegner, die den SCM richtig forderten. Die Spiele gegen Erlangen (29:27) und Melsungen (24:25 nach Siebenmeterwerfen) beim vorangegangenen Sparkassen-Cup haben da viel besser gezeigt, wo die Mageburger stehen.

⦁ Neuzugänge

Die Vorbereitungsspiele haben gezeigt, dass die Neuzugänge die erhofften Verstärkungen sind. Christoph Steinert leistet im rechten Rückraum enorm viel. Er muss ja fast durchspielen, da Albin Lagergren noch nicht einsetzbar ist. Tim Hornke bringt viel Erfahrung mit. Erik Schmidt kann in der Abwehr Zeljko Musa entlasten. Tobias Thulin unterstreicht im Tor sein Talent. Und Filip Kuzmanovski zeigt, warum ihn der SCM schon vor zwei Jahren unter Vertrag nahm.

⦁ Verletzte

Moritz Preuss fällt mit einem Kreuzbandriss im linken Knie mindestens ein halbes Jahr aus. Albin Lagergren macht nach seiner Fuß-OP im April dagegen die erhofften Fortschritte. In Ilsenburg machte er das Einwerfen schon wieder mit. Wiegert: „Es sieht ganz gut aus bei ihm. Direkt zum Saisonstart können wir aber noch nicht zu hundert Prozent mit ihm planen.“ Zuletzt hatte auch Marko Bezjak einige Probleme. Der Spielmacher hatte sich den Nacken verrenkt. „Deshalb bekam er am Sonnabend eine Pause. Im Finale konnte er aber wieder ohne Probleme spielen“, sagte Wiegert.

⦁ Auffällig

Daniel Pettersson zeigte am Wochenende die auffälligste Leistung, war mit 17 Toren beim Turnier im Harz auch bester Werfer. Pettersson: „Ich fühle mich gut, habe fleißig an der Fitness gearbeitet.“ Auch Michael Damgaard ist deutlich anzusehen, dass er die Vorbereitung komplett absolvieren konnte. Wiegert: „Ich bin mit ihm sehr zufrieden.“

Getestet hat Wiegert in der Vorbereitung auch das Spiel mit zwei Kreisläufern. „Wir können Christoph Steinert im rechten Rückraum nicht überbelasten und brauchen Alternativen solange Albin Lagergren ausfällt. Eine davon ist die Variante mit zwei Kreisläufern“, erklärt er.

⦁ Siebenmeter

Tim Hornke und Christoph Steinert waren in Lemgo beziehungsweise Erlangen die etatmäßigen Siebenmeterschützen. Mit Matthias Musche und Daniel Pettersson hat der SCM jetzt also gleich vier Spezialisten für den Nervenkrimi. Aber konstant traf bei den Testspielen keiner. Wiegert zweifelt trotzdem nicht an der Qualität: „Ich bin da ganz entspannt.“

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