Magdeburg l Es ist vollbracht, die bisherige Bestmarke aus der Saison 2003/2004 ist überboten: Der SC Magdeburg hat den erfolgreichsten Start in eine Saison hingelegt. Nach dem Sieg am Donnerstagabend gegen die GWD Minden führen die Grün-Roten mit nunmehr 14:0 Punkten weiter die Bundesliga-Tabelle an. Linksaußen Matthias Musche baute zudem als bester Werfer des Abends mit zehn Toren sein Konto als bester Liga-Schütze auf 65 Treffer aus. Doch so leicht machten es die Gäste der Mannschaft von Bennet Wiegert nicht. Zumindest nicht in der Anfangsphase der Partie.

Denn Frank Carstens, Mindens Coach und ehemaliger Trainer des SCM, hatte seiner Sieben das Risiko verordnet. Was Sky-Experte Heiner Brand vor dem Anwurf für bendenklich hielt: „Wenn sie Tempo spielen, machen sie auch Fehler. Und das wird den Magdeburgern entgegen kommen.“

Musa erzielt Führung

5417 Zuschauer in der Getec-Arena sahen zunächst ein ausgeglichenes Spiel, in dem die GWD das schnelle Umkehrspiel auf Angriff und Abwehr suchte, das Tempo in der Offensive keinesfalls verschleppte und bevorzugt Kreisläufer Magnus Gullerud anspielte. „Wir versuchen Druck zu machen“, erklärte Carstens seiner Mannschaft in einer Auszeit beim 7:5 (14.). Minden wollte kein guter Mitspieler auf den SCM-Jagd nach dem Startrekord sein.

SCM glänzt mit Startrekord

Magdeburg (md) l 5417 Zuschauer konnten zusehen, wie der SCM seinen nächsten Sieg in Magdeburg einfuhr.

  • Mads Christiansen wurde schon in der frühen Phase im Angriff gebracht. Foto: Eroll Popova

    Mads Christiansen wurde schon in der frühen Phase im Angriff gebracht. Foto: Eroll Popova

  • "Wir haben das beste Tempospiel in der Bundesliga“, kommentierte Kapitän O’Sul...

  • Matthias Musche mit Zeljko Musa. Durch Musa gelang dem SCM in der neunten Minute die erste Führung. Foto: Eroll Popova

    Matthias Musche mit Zeljko Musa. Durch Musa gelang dem SCM in der neunten Minute die erste Fü...

  • Der SCM stellte einen vereinsinternen Startrekord in der Handball-Bundesliga auf. Foto: Eroll Popova

    Der SCM stellte einen vereinsinternen Startrekord in der Handball-Bundesliga auf. Foto: Eroll Pop...

  • Die SCM-Spieler Marko Bezjak und Jannick Green sorgten für ein spannendes Spiel gegen Minden. Foto: Eroll Popova

    Die SCM-Spieler Marko Bezjak und Jannick Green sorgten für ein spannendes Spiel gegen Minden...

  • Von Minden kam nach dem Wechsel in der Offensive so gut wie nichts mehr. Foto: Eroll Popova

    Von Minden kam nach dem Wechsel in der Offensive so gut wie nichts mehr. Foto: Eroll Popova

  • Nach der Pause blieb der SC Magdeburg nicht einmal fehlerfrei, aber der Qualitätsunterschied gegen GWD Minden war einfach zu groß. Foto: Eroll Popova

    Nach der Pause blieb der SC Magdeburg nicht einmal fehlerfrei, aber der Qualitätsunterschied...

  • Jubel über den Sieg bei den Spielern Piotr Chrapkowski, Matthias Musche und Jannick Green: Die nächste Magdeburger Aufgabe ist dann am 29. September die Auswärtspartie bei den Füchsen Berlin.Foto: Eroll Popova

    Jubel über den Sieg bei den Spielern Piotr Chrapkowski, Matthias Musche und Jannick Green: D...

Dass den Magdeburgern erst in der neunten Minute die erste Führung durch Zeljko Musa gelang, lag außerdem an Kim Sonne, Mindens Torhüter. Ob Musa, Albin Lagergren oder Christian O’Sullivan: Der 26-jährige Däne entschärfte in der ersten Halbzeit allein acht Bälle – und hielt damit seine Mannschaft im Spiel.

Quenstedt pariert

Was dem Gegner nämlich nicht gelang: eine effektive Chancenverwertung. Und als auch noch Dalibor Doder beim 9:6 (16.) per Siebenmeter an Keeper Dario Quenstedt scheiterte, wurde die Überlegenheit der Gastgeber vor allem hinsichtlich der individuellen Qualität immer deutlicher. Auch wenn es im Positionsangriff zuweilen haperte: Die erste und zweite Welle lief. „Wir haben das beste Tempospiel in der Bundesliga“, hatte Kapitän O’Sullivan vor dem Anwurf bei Sky erklärt. „Für ihr Tempospiel werden die Magdeburger bewundert“, meinte auch Brand. Bis zur Pause baute der SCM den Vorsprung auf 19:14 aus.

Und nach dem Wechsel wurde es ein Selbstläufer. Mit drei Toren in den ersten drei Minuten, auch bei Mindener Unterzahl, warfen sich die Hausherren auf ein 22:14. Dabei mussten O’Sullivan und Co. nicht glänzen, sondern allenfalls souverän ihr Tempospiel zelebrieren. Von Minden kam indes in der Offensive so gut wie nichts mehr. Über ein 27:17 (40.) und 33:26 (50.) warf sich der SCM zum siebten Saisonsieg. Den 40. Treffer markierte Carlos Molina. Daniel Pettersson, siebenfacher Schütze, erklärte: „Das ist wirklich geil, in Magdeburg zu spielen.“

Tore SCM: Musche 10/3, Pettersson 7, Bezjak 5, Lagergren 4, O´Sullivan 4, Christiansen 3, Chrapkowski 2, Molina Cosano 2, Musa 2, Plaza Jiménez 1

Tore GWD Minden: Korte 6, Rambo 5, Zvizej 5/5, Doder 4/2, Gulliksen 4, Michalczik 3, Gullerud 2, Padschywalau 1, Staar 1

Schiedsrichter: Martin Thöne (Berlin)/Marijo Zupanovic (Berlin). Zuschauer: 5417