Magdeburg l Wenngleich der VfL Gummersbach in der Bundesliga nur noch gegen den Abstieg spielt, schlägt bei SCM-Trainer Bennet Wiegert das Handball-Herz immer noch höher als bei manch anderen Spielen in der Saison. „Auch wenn es aktuell nicht mehr die ganz große Rivalität Magdeburg gegen Gummersbach ist – das ist Handball-Geschichte pur. Damit bin ich als kleiner Junge aufgewachsen“, kommt der 37-Jährige ins Schwärmen.

Als Wiegert neun Jahre alt war, bestritten die Grün-Roten aus der Börde und die Blau-Weißen aus dem Oberbergischen Land 1991 das Endspiel um die gesamtdeutsche Meisterschaft. Gummersbach als Meister West schlug den Meister Ost denkbar knapp mit 18:15 und 14:16. Allerdings sollte das der letzte nationale Titel für Gummersbach sein.

Die Verbundenheit ruht

In der Saison 2006/07 spielte Wiegert dann sogar selbst in Gummersbach. „Das war natürlich schon sehr speziell und bleibt unvergessen. Schließlich ist dort die Begeisterung rund um den Verein ähnlich wie in Magdeburg“, erklärt er. Die alte Verbundenheit wird aber heute für 60 Minuten ruhen. Wiegert: „Gummersbach und unser nächster Heimgegner Bietigheim kämpfen beide gegen den Abstieg. Deshalb habe ich meiner Mannschaft in dieser Woche noch mal eindringlich gesagt, dass wir uns da nichts vorwerfen lassen wollen und uns professionell verhalten werden. Den Klassenerhalt sollen Gummersbach und Bietigheim im direkten Duell am letzten Spieltag unter sich ausmachen.“

Außerdem haben die Magdeburger auch nichts zu verschenken. Im Fernduell mit den Rhein-Neckar Löwen ist schließlich immer noch Rang drei drin. Die Löwen liegen zwei Punkte vor dem SCM, müssen heute in Göppingen und am Sonntag in Berlin bei den Füchsen ran. Zwei Teams, die es unbedingt noch in den internationalen Wettbewerb schaffen wollen. Und durch den EHF-Cup-Sieg von Kiel reicht in der Bundesliga jetzt sogar Rang sechs als Ticket für den EHF-Cup.

Zwei EHF-Cup-Plätze vakant

Für die Plätze fünf und sechs kommen mit den Füchsen, Melsungen, dem Bergischen HC und Göppingen gleich vier Teams noch infrage. Wiegert: „Die größten Hoffnungen auf einen Ausrutscher der Löwen liegen sicher bei den Füchsen. Denn die können nach der Finalniederlage gegen Kiel nur noch über die Liga in den EHF-Cup. Und so eng, wie es da zugeht, können sie sich eigentlich keinen Ausrutscher mehr leisten. Aber das hatte ich mir vor zwei Wochen von Melsungen auch erhofft. Und die haben dann zu Hause gegen die Löwen verloren.“

Die beste Schützenhilfe bringt aber nichts, wenn die eigenen Hausaufgaben nicht gemacht werden. In Lemgo taten sich die Magdeburger vor einer Woche ziemlich schwer und sackten beim 23:22 nur mit viel Mühe die zwei Punkte ein. Wiegert: „Man merkt den Jungs schon an, dass die Saison richtig viel Kraft gekostet hat und wir uns jetzt irgendwie in die Pause retten müssen.“ Zumal die Verletzungssorgen nicht weniger werden.

Weiterhin Verletzungssorgen

Marko Bezjak plagt sich weiterhin mit Problemen an der rechten Schulter herum und kann nicht hundertprozentig werfen. Piotr Chrapkowski lag erst einige Tage mit einem Magen-Darm-Virus flach und hat sich gleich in der ersten Trainingseinheit am Knie verletzt. Wiegert: „Das ist bei einem Zusammenprall ein bisschen überdehnt. Damit er das richtig auskurieren kann, werde ich ihn wahrscheinlich nicht spielen lassen.“ Und da mit Ignacio Plaza Jimenez (Schwellung im Sprunggelenk), Carlos Molina (Bauchmuskelzerrung) und Albin Lagergren (Mittelfuß-OP) drei weitere Spieler definitiv ausfallen, rücken von den Youngsters Kreisläufer Justin Kurch und Hannes Bransche (rechter Rückraum) in den Profi-Kader.

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