Nantes/Magdeburg l Als der Schlusspfiff ertönte, reckte Piotr Chrapkowski mit einem breiten Lachen im Gesicht beide Arme in die Höhe. Freude und Erleichterung spiegelten sich in seinem Gesicht wider – nachvollziehbar. Der Abwehrspieler hatte mit dem SC Magdeburg am Sonntag auch wahrlich eine Glanztat vollbracht und beim EHF-Cup-Gruppengegner HBC Nantes einen 31:28 (15:9)-Sieg errungen. Es ist der dritte Sieg im dritten Spiel. Allerdings gingen dem Erfolg erneut dramatische Schlussminuten voraus. Doch der Reihe nach.

Der Grundstein für den Auftritt liegt nämlich teilweise schon im Umgang mit dem Ost-Derby gegen Leipzig (28:26) am vergangenen Donnerstag. Danach hatte der SCM bestimmte Themen bewusst auf Abstand gehalten. Beispielsweise den Ausfall von Zeljko Musa. Viel mehr, so betonte es Trainer Bennet Wiegert, solle der Fokus auf den Spielern liegen, die einsatzbereit sind. Und auf deren Leistungen. Am Sonntag zeigte sich, dass der Ansatz richtig war.

SCM spielt furiose erste Halbzeit

Denn in der ersten Halbzeit, die der SCM deutlich mit 15:9 für sich entscheiden konnte, blühte Erik Schmidt wie schon gegen Leipzig regelrecht auf. Sowohl in der Abwehr als auch im Angriff überzeugte der 27-Jährige, war mit sieben Treffern neben Michael Damgaard schlussendlich erfolgreichster SCM-Werfer. Nur ein Beispiel: Das 8:5 (17. Minute) leitete Schmidt ein, fing in der Abwehr den Ball ab. Beim 9:5 (19.) traf er selbst.

Nantes dagegen hatte erhebliche Probleme im Angriff. Ihr Spielmacher Kiril Lazavor lief zunächst völlig neben der Spur. Doch nach der Halbzeitpause hatten sich die Franzosen Wiedergutmachung vorgenommen. Während der SCM – auch das ein Déjà-vu – die deutliche Führung aus der Hand gab.

SCM verspielt wieder Führung

Wiegert versuchte zwar noch beim 21:20 (45.) entgegenzuwirken: „Bleibt in der Abwehr stabil, geht nicht so weit raus“, gab er seinem Team mit auf den Weg. Doch während Nantes-Torhüter Emil Nielsen das Tor verriegelte, setzte sich Nicolas Tournat am SCM-Kreis immer wieder ab. Und Lazarov kam im Rückraum ins Rollen. Die Konsequenz: 21:22 (47.).

Doch der Lerneffekt aus dem Leipzig-Spiel stellte sich erneut ein. Der SCM legte einen 4:0-Lauf von 26:27 auf 30:27 (59.) hin. Albin Lagergren, der im rechten Rückraum sein Comeback feierte, war es, der den Drei-Tore-Vorsprung festigte. Was für eine abgezockte Leistung in dieser spannenden Schlussphase.