Magdeburg l Ein Kapitän sollte immer vorangehen. Das fiel Christian O‘Sullivan nach der Niederlage in Berlin ziemlich schwer. Der Norweger bekam bei einem Duell mit Füchse-Außen Mattias Zachrisson einen „Pferdekuss“ auf den linken Oberschenkel verpasst und konnte bei der Ankunft in Magdeburg mit dem linken Bein nicht mehr richtig auftreten. Sein Einsatz für das Spiel gegen Hannover (19 Uhr, Getec-Arena) stand die letzten Tage deshalb mächtig auf der Kippe.

Schlag auf den Oberschenkel

Hinzu kam, dass O‘Sullivan eine Lymphabflussstörung hat. Dadurch hat er länger als normal mit Blutergüssen nach Prellungen oder jetzt nach dem Schlag auf den Oberschenkel zu tun. Statt Mannschaftstraining war für den SCM-Kapitän deshalb nur Fahrradfahren angesagt. Doch gestern meldete er sich fit, gegen Hannover will er heute auf die Zähne beißen. „Es geht schon wieder ganz gut. Ich kann spielen“, sagt der Rückraumspieler.

Nach der ersten Saisonnie-derlage sind die Magdeburger heiß darauf, die Weichen wieder auf die Erfolgsspur zu legen. O‘Sullivan: „Eine längere Pause jetzt wäre schlecht. So können wir gleich zeigen, dass wir es besser können als zuletzt in Berlin. Und das auch noch vor den eigenen Fans, die wir gegen Hannover ganz besonders brauchen.“

Hannover ist gefährlich

Die Recken aus der niedersächsischen Landeshauptstadt haben zuletzt nämlich nur unglücklich mit jeweils 28:29 in Berlin und Flensburg verloren. O‘Sullivan: „Das sagt alles über die Stärke der Mannschaft, obwohl sie derzeit auch einige Verletzte zu beklagen haben. Da müssen wir uns auf ein hartes Stück Arbeit einstellen und unbedingt wieder in unser Tempospiel kommen. Das müssen wir besser machen als zuletzt bei den Füchsen.“

Fragezeichen hinter Häfner

Zu den insgesamt fünf Verletzten zählt mit Kai Häfner auch der absolute Top-Mann im Kader. Der Nationalspieler quält sich mit einer Bauchmuskelzerrung herum und hat in dieser Saison überhaupt noch nicht gespielt. Aktuell wird ein großes Geheimnis um seinen Zustand gemacht. Nicht ausgeschlossen also, dass Häfner heute Abend sein Comeback feiert.

SCM-Trainer Wiegert warnt

SCM-Trainer Bennet Wiegert: „Wir werden uns auf alle Varianten vorbereiten. Taktisch ist es nicht einfach, sich auf Hannover einzustellen. Denn sie variieren sehr viel, können eine offensive und defensive Abwehr spielen, mal Manndeckung, mal mit zwei Kreisläufern oder sieben Feldspielern. Da dauert die Videobesprechung länger als sonst.“

Per Video wurde natürlich auch das Spiel bei den Füchsen ausgewertet. Wiegert: „Da haben wir leider zu viele Schwächen offenbart, die ich der Mannschaft natürlich aufgezeigt habe. Aber mit dem Blick nach vorn. Denn aus diesen Situationen müssen wir lernen und die richtigen Schlüsse daraus ziehen, damit wir nächstes Mal in ähnlicher Lage erfolgreich sind. Und vielleicht sind die Fehler dann irgendwann für irgendetwas gut.“

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