Magdeburg l Dario Quenstedt feiert in dieser Woche ein Jubiläum. Der Keeper vom SC Magdeburg bestreitet sein 250. Spiel in der Handball-Bundesliga. „Das wird einem erst bewusst, wenn man die Statistiken liest“, sagt er: „Ich spiele jetzt schon ein paar Jahre, bin aber mit 28 noch nicht zu alt als Torwart. Trotzdem kann ich auf eine große Erfahrung zurückblicken. Das macht mich schon stolz.“

Wenn Quenstedt also am Donnerstag beim VfL Gummersbach (19 Uhr) zwischen den Pfosten steht, liegt sein erster Einsatz für die Grün-Roten sieben Jahre und siebeneinhalb Monate zurück, damals in der Bördelandhalle gegen den HSV Hamburg. Der SCM verlor mit 29:32. Aber in Erinnerung bleiben sowieso immer die schönen Momente. Der Pokalgewinn im Mai 2016. Die wettbewerbsübergreifende Serie von 22 Partien ohne Niederlage in der Rückrunde der vergangenen Saison. Oder: „Siege in unserer Halle gegen Topteams wie Flensburg oder Kiel, das war schon unglaublich“, sagt Quenstedt. In dieser Saison fehlen allerdings noch Punkte gegen solche Mannschaften.

Der SCM erledigt aber seine Hausaufgaben. Und steht mit 20:12 Punkten und Platz sechs nach 16 Spieltagen besser da als zum gleichen Zeitpunkt der vergangenen Saison. Trotz der Niederlagen gegen die Spitzenteams. „Das zeigt aber auch, wie durchwachsen das Leistungsniveau in dieser Saison ist, wie die Bundesliga generell aufgestellt ist“, erklärt Quenstedt. Es gibt eben nicht mehr drei Teams, die komplett alles abräumen. Alle mussten bislang Federn lassen. Was aber auch klar ist: Eine Serie wie in der Vorsaison wird sich nicht einfach wiederholen lassen. „Das ist unglaublich schwer“, weiß der Keeper: „Das kann man auch nicht planen. Dazu muss man gleich in den ersten Spielen in einen Flow kommen, dazu muss man in schwierigen Phasen einen kühlen Kopf bewahren und dann auch das Quäntchen Glück haben.“

Mit breiter Brust zum VfL

Das hatte der SCM in der dritten Runde des EHF-Cups, als er sich trotz einer 26:27-Niederlage beim HC Constanta (Rumänien) für die Gruppenphase, in der die Grün-Roten auf Tatran Presov (Slowakei), SKA Minsk (Weißrussland) und Bjerringbro-Silkeborg (Dänemark) treffen, qualifizierte. Und dank der Paraden von Quenstedt. „Ich hatte ein gutes Spiel gemacht im Verbund mit der Abwehr. Wir konnten den Ausgang des Duells positiv gestalten und den Schwung mitnehmen.“ Direkt hinein in den 35:28-Erfolg am vergangenen Donnerstag im Liga-Spiel gegen den TBV Lemgo, wo Quenstedt wiederum 16 Bälle laut SCM-Statistik parierte. „Und jetzt können wir auch mit breiter Brust nach Gummersbach fahren“, betonte das Magdeburger Urgestein, das nur zwischen 2011 und 2013 bei N-Lübbecke unter Vertrag gestanden und bislang zehn Länderspiele bestritten hat, vor der letzten Hinrunden-Partie.

Auch seine Lehre geht dem Ende entgegen. Im April schreibt der Auszubildende zum Bürokaufmann seine erste Abschlussprüfung. „Das ist ein Faktor, warum ich relativ wenig Zeit habe, um zwischen den Trainingseinheiten zu regenerieren. Während andere nach Hause fahren, gehe ich zur Arbeit oder habe acht Stunden Berufsschule. Aber das habe ich mir so ausgesucht. Es ist für meine Zukunft“, erklärte der Gatte von Katharina und der Vater von Fia und Bosse. „Ich möchte nicht nur für meine beiden, sondern für alle Kinder sportlich wie privat ein Vorbild sein.“ Und sportlich soll es noch lange weitergehen. Quenstedt hat errechnet: „In siebeneinhalb Jahren könnte ich mein 500. Bundesliga-Spiel bestreiten.“

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