Innsbruck l Bei der Niederlage der SCM-Handballer am Dienstag in der European Handball League (29:30 in Alingsas/Schweden) hat natürlich auch Matthias Musche aus der Ferne mitgelitten. Der 28-Jährige wurde ja genau eine Woche zuvor in Innsbruck vom Spezialisten Professor Dr. Christian Fink am linken Knie operiert und hat sich das Spiel im Internet auf DAZN angeschaut. Während die Mannschaft am Sonntag in Leipzig eine Reaktion zeigen und sich ordentlich rehabilitieren will, humpelt der Linksaußen des SCM bei der Reha in Österreich von einer Behandlung zur nächsten.

Bis Mitte Dezember in Innsbruck

„Ich habe hier in der Reha-Klinik ein richtig strammes Programm. Aber genau deshalb bin ich ja auch erst einmal hier geblieben“, erklärt Musche und verrät auch, dass die ersten Tage nach der OP ziemlich hart waren: „Mir tat das Knie weh und ich brauchte Schmerzmittel. Man kann nach so einer OP auch nur auf dem Rücken liegen und kaum richtig schlafen. Aber jetzt geht’s mir schon deutlich besser.“ Obwohl er deshalb auch schon wieder nach Magdeburg zurückfahren hätte können, bleibt er noch bis Mitte Dezember in Österreich.

Knie wird fast rund um die Uhr behandelt

„Sieben Stunden im Auto zu sitzen, war mir zu riskant. Da besteht auch die Gefahr, dass das Knie dick wird. So aber ist mein Knie von Beginn an gleich unter Kontrolle und wird behandelt. Hier gibt es die modernste Technik. Da geht’s wirklich zwölf Stunden lang nur um mein Knie. Dazu gehören Physiotherapie, Lymphdrainage, Gangschule und auch schon leichtes Training für den Oberkörper und das rechte Bein. Und nach dem Ziehen der Fäden folgt auch die Unterwassertherapie. In zwei Wochen, am 11. Dezember, geht es dann erst nach Hause“, berichtet der gebürtige Magdeburger, der sich am 11. November im Spiel gegen die Rhein-Neckar Löwen kurz vor Schluss bei einem Kempa-Trick das Knie verdrehte.

Dass das ausgerechnet gegen die Löwen passierte, ist fast schon pikant. Denn im Mai 2018 riss sich mit Lukas Mertens auch der andere Linksaußen der Grün-Roten gegen das Team aus Mannheim das Kreuzband.

Sechs Wochen mit Krücken und Schiene

Sechs Wochen lang muss Musche auch noch eine Schiene am Knie tragen und ähnlich lange die Krücken. Musche: „Neben dem Kreuzband mussten ja auch das Innenband und der Meniskus genäht werden. Und vor allem die Meniskusnaht ist anfällig, wenn man das Knie zu früh belastet.“

Aufgrund dieser vielen Verletzungen ist er sehr froh, beim Spezialisten in Innsbruck operiert worden zu sein. Musche: „Der Doc operiert hier um die 200 Kreuzbänder im Jahr und betreut auch das österreichische Ski-Team. Und ich will ja nicht nur meine sportliche Karriere fortsetzen, sondern möchte auch später in meinem Leben nicht durch die Gegend humpeln müssen.“

Comeback mit viel Geduld angehen

Unter anderem wurden auch die Fußball-Nationalspieler Leroy Sane und Joshua Kimmich in Innsbruck operiert. Auch die alpinen Skistars Felix Neureuther, Lindsey Vonn und Aksel Lund Svindal gehörten zu Finks Patienten. Den Kontakt für Musche haben Nikola Bilyk, der erst im Sommer dort am Kreuzband operiert wurde, und der Ex-Magdeburger Dario Quenstedt vom THW Kiel hergestellt. Musche: „Großen Dank an die zwei, dass sie mir geholfen haben, dort so schnell einen Termin zu bekommen.“

Wie lange er ausfallen wird, ist nicht exakt vorhersagbar. Musche: „Der Doc meint, ich soll Geduld haben und auf keinen Fall zu früh einsteigen. Das nehme ich mir auch an. Im Gespräch sind zwölf Monate. Aber wenn es 14 werden, dann ist es so. Da mache ich mir überhaupt keinen Stress.“