Magdeburg l Lange nachdenken können die SCM-Handballer über das Spiel beim THW Kiel nicht. Denn schon heute Abend (18.45 Uhr, DAZN) muss in der European Handball League ein Sieg gegen Alingsas her. Wenn ZSKA Moskau zeitgleich bei Nexe in Kroatien patzt, könnte das für den SCM ein großer Schritt in Richtung Gruppensieg sein.

Vier Spiele in einer Woche

Deshalb wird das 24:24 beim THW Kiel eher als gewonnener Punkt gewertet. Christian O‘Sullivan: „Wir nehmen den Punkt mit und sind sehr zufrieden. Kiel ist schließlich immer noch die beste Mannschaft in der Bundesliga. In den letzten zehn Minuten kamen wir aber nicht mehr richtig in unser gewohntes Angriffsspiel. Da hat man gemerkt, dass wir im Rückraum nicht mehr so viele sind.“ Weshalb in dieser Hammerwoche – am Sonntag folgt ja noch das Bundesliga-Spiel bei Melsungen und bereits am nächsten Dienstag das Europacupduell in Moskau – ordentlich rotiert werden muss.

SCM muss personell rotieren

Möglicherweise kehrt deshalb sogar Michael Damgaard auf die Platte zurück. Der Däne fällt schon seit Dezember aufgrund von Schulterproblemen aus. Alingsas wäre aber ein Gegner, um zu testen, inwieweit der Rückraumspieler schon wieder belastbar ist. SCM-Trainer Bennet Wiegert: „In dieser Woche ist sehr viel Kadermanagement angesagt. Wir wollen natürlich alles gewinnen, können bei so einem engen Plan aber nicht alles nur allein vom Ergebnis abhängig machen.“ So kann sich auch Justus Kluge auf Einsatzzeiten als Linksaußen freuen. Und auf der anderen Seite dürfte heute Tim Hornke beginnen.

Sieg gegen Alingsas ist Pflicht

Unterm Strich ist es eigentlich egal, wer spielt. Zwei Punkte gegen Alingsas sind ein absolutes Muss. Außerdem hat der SCM mit den Schweden noch eine Rechnung aus dem Hinspiel offen. Denn da kassierten die Magdeburger mit der Schlusssekunde das 29:30 und die damit bisher einzige Niederlage in der aktuellen Gruppenphase. Wiegert: „Im nachhinein war das vielleicht so ein Hallo-wach-Effekt. Danach haben wir zwar auch noch in Leipzig verloren, seitdem sind wir aber ungeschlagen.“

Achtungszeichen gesetzt

Vor allem der Erfolg vor einer Woche in Montpellier und das Remis in Kiel haben gezeigt, was die Mannschaft für ein Potenzial hat. Dass die Kieler hinterher beklagten, sie wären aufgrund der Quarantäne gar nicht spielfähig gewesen, ist gegenüber dem SCM auch ein bisschen ungerecht. Wiegert: „Wir hatten zwei lange Reisen, einige personelle Sorgen und auch deshalb zum Ende hin Kraftprobleme. Da ärgert mich das schon, wenn das Spiel so ein bisschen niedergeredet und so getan wird, als wäre von vornherein klar gewesen, dass nur wir gewinnen können.“

Lediglich ein Training vor dem SCM-Spiel absolvieren zu können, ist definitiv strittig und birgt ein Verletzungsrisiko. Andererseits fand es der THW Kiel aber auch nicht ungerecht, von der HBL in der vergangenen, abgebrochenen Saison zum Meister erklärt worden zu sein, obwohl noch wichtige Spiele ausstanden ...