Magdeburg l Normalerweise wird bei den Handballern des SC Magdeburg im Fitnesscenter Life immer in Gruppen trainiert. Aber durch die EM konnte Trainer Bennet Wiegert nach der zweiwöchigen Pause nur ein Grüppchen begrüßen. Matthias Musche, Marko Bezjak, Tim Hornke, Lukas Mertens, Moritz Preuss, Christoph Steinert und Erik Schmidt sind die sieben Spieler, die derzeit in Magdeburg schwitzen.

Neun Spiele in vier Wochen

Wenn die Saison im Februar wieder startet, warten inklusive des EHF-Pokals in vier Wochen neun Spiele auf den SCM. Angefangen mit der Partie am 2. Februar in Flensburg ein absolutes Hammerprogramm. „Da ist es ganz gut, dass wir jetzt intensiv im Ausdauer- und Kraftbereich arbeiten können“, erklärt Wiegert.

Mehr ist mit so einer kleinen Gruppe auch gar nicht möglich. Wiegert: „An taktischen Dingen können wir in der aktuellen Besetzung nicht feilen. Andererseits ist es aber auch mal schön, wenn man außerhalb vom Wettkampfstress individuell mit jedem arbeiten kann und auch die Zeit dafür hat.“

Trifft auch auf Wiegert selbst zu. Weil im Februar im Schnitt aller drei Tage ein Spiel auf dem Plan steht, kann er jetzt schon mit den jeweiligen Spielvorbereitungen beginnen. Wiegert: „Dafür nutze ich die Zeit natürlich intensiv. Weil auch unsere Gegner derzeit pausieren, bin ich mit den Mitschnitten aus deren Spielen auf dem neuesten Stand und muss dann nur noch ein paar Dinge ergänzen. Dadurch kommen aber trotzdem einige Nachtschichten auf uns zu.“

Chrapkowski ab Montag wieder dabei

Am kommenden Montag wird sich die grün-rote Trainingsgruppe auf jeden Fall um einen Spieler vergrößern. Piotr Chrapkowski ist mit Polen bei der EM vorzeitig ausgeschieden und bekommt noch einige Tage frei. „Nächste Woche ist er dann aber wieder bei uns“, sagt Wiegert, der seine Spieler bei ihren jeweiligen Nationalmannschaften aufmerksam verfolgt. „Ich schaue mir in der Regel zwei Spiele am Tag an“, verrät Wiegert.

Fragezeichen hinter Lagergren

Beim direkten Kontakt hält er sich aber zurück. Wiegert: „Mit Zeljko Musa habe ich mal geschrieben, weil er Geburtstag hatte. Aber sonst sollen sich die Jungs voll auf ihre Aufgaben dort konzentrieren.“ Was Albin Lagergren aus Verletzungsgründen nicht mehr kann. Der Rückraumspieler wurde am Montag aus dem schwedischen Kader gestrichen. Wie das Nationalteam lässt aber auch der SCM offen, was Lagergren hat, ob er im Februar wieder auf der Platte stehen kann.

Obwohl es beim deutschen Team bisher nicht so glänzend lief, ist für Wiegert noch alles drin. „Wir haben in diesem Kader auf jeden Fall die Qualität, gegen jeden gewinnen zu können. Deshalb halte ich das Halbfinale immer noch für möglich. Weißrussland wird zum Auftakt der Hauptrunde aber kein Selbstläufer. Das ist eine unbequeme, junge Mannschaft.“

Die Dänen müssen dagegen die Hauptrunde erst einmal erreichen. Wiegert: „Wenn Jannick Green im Spiel gegen Ungarn kurz vor Schluss den Siebenmeter nicht hält, hätte es schon vorbei sein können. So glaube ich, dass Island im letzten Gruppenspiel gegen Ungarn gewinnt und die Dänen danach Russland schlagen.“

Überraschende Ergebnisse wird es aber weiterhin geben. Wiegert: „Deshalb kann ich mir sehr gut vorstellen, dass Island und Portugal mit um die Medaillen spielen.“