Ludwigshafen/Magdeburg l Der Sieg wurde erwartet, der SCM hat dementsprechend geliefert: Mit elf Toren Vorsprung (38:27) gewannen die Magdeburger Bundesliga-Handballer beim Tabellenschlusslicht in Ludwigshafen deutlich und konnten so mit einem guten Gefühl die Heimreise antreten.

Obwohl: Ganz zufrieden zeigte sich Trainer Bennet Wiegert nach Abpfiff nicht. Der Spielverlauf ähnelte dem der Heimpartie gegen Hannover-Burgdorf (34:23), als der Coach kurz vor Schluss eine Auszeit einberief und seine Mannschaft mit harschen Worten wachrüttelte. In Ludwigshafen geschah das in der 49. Minute beim Spielstand von 22:29. „Was haben wir in den letzten zehn Minuten verteidigt, ist das unser System?“, fragte Wiegert in die Runde, „nehmt jetzt den Stock aus dem Arsch und kämpft.“

Wiegert verärgert

Im Anschluss erklärte der Trainer seine emotionale Reaktion beim Fernsehsender Sky folgendermaßen: „Die letzte Konsequenz in der Abwehr haben wir vermissen lassen, um in den Ballbesitz zu kommen.“ Das ärgerte Wiegert, ergeben sich doch gerade so die Möglichkeiten, das schnelle Tempospiel zu zelebrieren. Er zeigte sich aber auch versöhnlich. „Vielleicht bin ich ein bisschen hart mit den Jungs umgegangen. Denn mit dem Ergebnis, wenn man das  ganze Drumherum unter der Woche betrachtet, bin ich zufrieden.“

Die Vorbereitung auf das Spiel war nämlich alles andere als ideal verlaufen. Vor allem, weil mit Marko Bezjak (Zerrung im rechten Oberschenkel) und Christian O‘Sullivan (Grippe) gleich beide zentralen Spielmacher nicht trainieren konnten. Davon allerdings zeigte sich die Mannschaft in Ludwigshafen unbeeindruckt, obwohl Bezjak geschont wurde und nur auf der Bank Platz nahm.

Die Eulen konnten sich dennoch lediglich in den Anfangsminuten auf 2:0 absetzen, dann legten die Magdeburger bis zur 7:2-Führung (12.) einen 7:0-Lauf hin. Nicht nur das beeindruckte die Gastgeber, sondern auch die Leistung von Torhüter Jannick Green. Obwohl Gästetrainer Benjamin Matschke von seinen Spielern genauere Abschlüsse forderte – „Wir werfen immer in die Paraden rein“ –, zog der 30-jährige Green den Eulen mit zehn Paraden und einer Quote von 53 Prozent bereits in der ersten Halbzeit den Zahn.

Musche mit elf Toren

Zudem zermürbend: Sobald sich die Eulen über einen Treffer freuen konnten, traf der SCM postwendend. Allen voran über Linkssaußen Matthias Musche, der mit elf Toren erneut bester Werfer war, und Michael Damgaard, der aus dem Rückraum neun Treffer beisteuerte. Nachdem nun die Pflicht in der Bundesliga erfüllt wurde, geht es in der kommenden Woche zum Pokal-Achtelfinale nach Flensburg. „Das wird ein Highlight. Wir haben großes Selbstvertrauen und glauben, dass wir gewinnen können“, sagte Green.

Eulen: Lenz/Hanemann – Stüber 3, Dietrich 4, Hideg 1, Scholz 1, Haider, Feld 1, Falk 2, Hofmann 2, Durak 3/1, Bührer 4/1, Müller 4, Dippe 1

SCM: Green/Quenstedt – Musa 1, Chrapkowski 2, Musche 11/3, Kluge, Pettersson 3, de la Pena, Plaza Jimenez, Molina, Christiansen 3, Lagergren 3, O’Sullivan 5, Bezjak, Weber, Damgaard 9

Zuschauer: 1951. Schiedsrichter: Christoph Immel/Roland Klein (Erkelenz/Mettmann). Siebenmeter: Eulen 2/4 – SCM 4/5. Zeitstrafen: Eulen 4 – SCM 3.