Magdeburg l Für Piotr Chrapkowski ist die Rückennummer auf seinem SCM-Trikot jetzt mehr als nur eine Zahl. Dort leuchtet die Drei. Und das ist für den 32-Jährigen bezüglich seiner Kinder inzwischen Programm. Nach seinen zwei Töchtern kam nämlich im August Bruno zur Welt. „Verglichen mit meinen Mädels ist das ein richtiger Bär. Wenn ich ihn im Arm halte, dann drückt er mit dem Kopf schon richtig stark dagegen. Soviel Kraft hatten die Mädels nicht, als sie so klein waren“, berichtet der Pole.

Das R im Namen ist ein Muss

Aber warum eigentlich Bruno? In seiner Heimat ist das doch eigentlich ein ungewöhnlicher Vorname. Chrapkowski: „So selten ist der Name in Polen nun auch wieder nicht.  Bruno gibt es häufiger. Für uns war es aber vor allem wichtig, dass der Buchstabe R im Namen vorhanden ist. Denn ein R haben wir in unserer Familie alle im Namen“, verweist Piotr auf Ehefrau Dagmara sowie die fünfjährige Sara und die fast vier Jahre alte Klara.

Schmerzen an der Schulter

Während der kleine Bruno auch schon ganz ordentlich die Nächte durchschläft, sorgt bei Chrapkowski seit einigen Tagen die linke Schulter für eher unruhige Nächte. Im letzten Testspiel hatte er sich vergangenen Freitag beim 28:21 gegen Hannover-Burgdorf unglücklich den Arm eingeklemmt und war dann auch noch auf den Boden gefallen. Seitdem hat er Schmerzen und sorgt für das wohl größte Fragezeichen vor dem Saisonstart am Donnerstag, wo der SC Magdeburg gegen den Bergischen HC in der Getec-Arena (19 Uhr) in die neue Saison startet. Chrapkowski ist es aber gewohnt, in solchen Situationen auch mal auf die Zähne zu beißen.

Schließlich freut er sich schon seit Wochen darauf, dass es endlich wieder richtig losgeht. Chrapkowski: „Wir haben jetzt fast drei Monate lang viel trainiert. Jetzt wird es Zeit, dass es wieder um Punkte geht.“ Und in der Tabelle wollen die Magdeburger auch wieder um die vorderen Plätze mitmischen. Chrapkowski geht mit viel Optimismus an diese Aufgabe. „Wenn alle gesund bleiben, dann können wir sogar um den Titel mitspielen“, sagte der 2,03-Meter-Mann schon vor der Bundesliga-Generalprobe gegen Hannover. Bitter, dass er nun ausgerechnet selbst für den Start infrage steht.  

Mit Musa seit vielen Jahren ein Abwehr-Duo

Schließlich ist er zusammen mit Zeljko Musa das Parade-Duo für die Abwehrarbeit am eigenen Kreis. Die beiden haben schließlich von 2013 bis 2015 schon bei Kielce zusammen gespielt. Dann wechselte Musa nach Magdeburg, wohin Chrapkowski 2017 folgte. Die zwei spielen also mittlerweile fünf Jahre zusammen in einem Verein. Da weiß natürlich jeder, was der andere tut. Und die Kommandos rufen sich beide dabei meist sogar auf Polnisch zu.

Dass Musa am Saisonende die Grün-Roten verlassen wird, tut Chrapkowski deshalb wohl auch persönlich weh. Chrapkowski: „Klar ist das ein herber Verlust. Mit ihm habe ich mich auch immer top verstanden. Das ist schon sehr schade, dass er geht. Aber so ist das im sportlichen Leben. Er war ja rund zehn Jahre lang im Ausland. Völlig normal, dass man dann wieder irgendwann nach Hause will.“

Und allein auf das Duo Chrapkowski/Musa will sich der SCM schon in dieser Saison nicht verlassen. Denn das Programm hat es in sich. Durch die European Handball League kommen viele Spiele in kurzen Abständen auf die Magdeburger zu. Chrapkowski: „Wir haben deshalb schon in der Vorbereitung einiges ausprobiert, um da variabel zu sein. Und durch die vielen Spiele ist es auch ganz gut, wenn wir immer mal mixen können.“