Magdeburg l Die dritte Niederlage im vierten Heimspiel rückt beim SC Magdeburg in der Hintergrund. Kurz vor Schluss hatte sich Matthias Musche bei einem Kempa-Trick schwer verletzt. Der Linksaußen war unglücklich mit dem linken Fuß gelandet, verdrehte sich dabei das Knie und musste gestützt von den Kollegen von der Platte geführt werden. Vieles sah da schon nach einem Kreuzbandriss aus, was sich durch die MRT-Untersuchung am Donnerstag leider auch bestätigte. Weil aber nicht nur das Kreuzband beschädigt wurde, rechnet der SCM mit einer Verletzungspause von rund zwölf Monaten.

Im Top-Spiel der Bundesliga ging es aber eigentlich richtig gut los. Schon nach 80 Sekunden wäre eigentlich das „Atemlos“ von Helene Fischer in der Getec-Arena ertönt. Denn da brachte Michael Damgaard den SCM gegen die Rhein-Neckar Löwen mit 1:0 in Führung. Doch die Fans durften nicht in die Halle. Und so blieben die Lautsprecher stumm. Ähnlich gedämpft war nach Spielende auch die Stimmung der Magdeburger. Statt wie erhofft, endlich die Löwen zu bändigen, bleibt nach dem 31:33 (15:18) die schwarze Serie (nun schon 31 Niederlagen in 42 Bundesliga-Spielen) gegen die Mannheimer bestehen.

Damgaard überraschend dabei

Dass Damgaard überhaupt auf der Platte stand, dürfte die Gäste sicherlich etwas überrascht haben. Denn der Däne war verletzungsbedingt vorzeitig von der Nationalmannschaft abgereist und galt als nicht einsatzfähig. Jannick Green blieb dagegen wie befürchtet das komplette Spiel über auf der Bank. Auch Christian O'Sullivan war nicht dabei. Der Kapitän fiel kurzfristig aufgrund von privaten Problemen aus.

Auf Damgaard allein ließen es die Gastgeber aber nicht ankommen. Als es nach neun Minuten 6:4 stand, hatten sechs verschiedene Schützen für den SCM getroffen. Neben Damgaard waren das noch Gisli Kristjansson, Matthias Musche, Daniel Pettersson, Magnus Gullerud und Zeljko Musa. Die Verletzungen der beiden Stammtorhüter Mikael Appelgren und Andreas Palicka machte sich bei den Löwen bemerkbar. Denn Nikolas Katsigiannis bekam nicht eine Hand an den Ball.

Deshalb wechselten die Gäste beim Stand von 12:10 für den SCM nach 18 Minuten den Torwart, stellten David Späth zwischen die Pfosten und drehten damit das Spiel.

Löwen-Torwart Späth ganz stark

Dank einiger Klasse-Paraden von Späth hieß es fünf Minuten vor der Pause plötzlich 12:15 aus Magdeburger Sicht. Unverständlich dabei allerdings, dass das Schiri-Duo Christian und Fabian vom Dorff (Kaarst) bei der erstmaligen Löwen-Führung (12:13/22.) durch Jannik Kohlbacher nicht gesehen hatten, dass der Torschütze klar im Kreis stand. Doch die wütenden Proteste brachten nichts und konnten auch am Drei-Tore-Rückstand zur Pause (15:18) nichts ändern. Ausgerechnet der Ex-Magdeburger Albin Lagergren sorgte nach dem Seitenwechsel sogar für ein 15:20 (31.). Der SCM kämpfte sich zwar schnell auf 17:20 heran, doch die Gäste blieben cool. Statt für eine heiße Atmosphäre zu sorgen, konnten die SCM-Fans nur mit Fahnen und Spruchbändern („Egal, wo wir sind – euer 8. Mann“) ihr Team unterstützen.

Mit einem gegen Andy Schmid gehaltenen Siebenmeter sorgte Tobias Thulin für neue Hoffnung. Der SCM verkürzte danach auch auf 19:22 (37.). Und Omar Ingi Magnusson brachte mit seinem dritten verwandelten Siebenmeter die Gastgeber sogar wieder auf zwei Tore (24:26/43.) heran. Doch die Hoffnung war schnell wieder dahin. Vor allem Schmid bekamen die Magdeburger kaum in den Griff.

Musche kurz vor Schluss verletzt

Bitter, dass kurz vor Schluss auch noch Musche vom Feld getragen werden musste. Der Linksaußen war beim Treffer zum 28:32 unglücklich aufgekommen und humpelte mit dick verbundenem linken Knie in die Kabine. „Das tut mir unendlich leid für ihn“, sagte Trainer Bennet Wiegert bei Sky. „Gegen die Löwen zu verlieren ist das eine, aber dann auch noch einen Spieler zu verlieren – das ist an Drama kaum zu toppen.“