Magdeburg l Als Robert Weber beim Sieg gegen Wetzlar am Sonntagnachmittag (30:25) kurz nach der Pause von Matthias Musche den Ball für einen Siebenmeterwurf überreicht bekam, tobten die Fans des SC Magdeburg in der Getec-Arena. Weber verwandelte natürlich souverän zum 19:14 – und alle gönnten ihm diesen Treffer an diesem Tag ganz besonders. Denn was sich schon seit Wochen hartnäckig als Gerücht hält, ist inzwischen auch offiziell: Der Rechtsaußen wird nicht wie geplant in die Schweiz nach St. Gallen wechseln.

Der Schweizer Erstligist teilte auf seiner Webseite mit, dass es unterschiedliche Auffassungen über die sportliche Ausrichtung des Vereins gibt und der bisherige sportliche Leiter Beat Kaiser sein Amt niedergelegt hat. „Gleichzeitig hält der Vorstand fest, dass die in den letzten Wochen in verschiedenen Medien kolportierten Meldungen über den Zuzug prominenter ausländischer Spieler nicht zutreffen. Es haben wohl Gespräche und Verhandlungen zwischen dem bisherigen Sportchef und den interessierten Spielern stattgefunden, rechtsgültige Verträge sind aber nicht zustande gekommen. Dasselbe trifft auch auf die Personalie des Coaches zu. Von Seiten des TSV St. Otmar wurde deshalb auch offiziell nie über diese Neuzugänge kommuniziert“, heißt es außerdem in einer Vereinsmitteilung.

Weber wieder auf der Suche

„Schade, wir wollten dort richtig was bewegen. Deshalb hatte ich mich auf diese Aufgabe sehr gefreut“, erklärte Weber mit nachdenklichem Gesicht. Denn dadurch ist die nächste Saison als Handballspieler für ihn mächtig in Gefahr. Weber: „Mitte Mai haben die Vereine in der Regel ihre Kader durchgeplant. Und im Handball sind es meist nur 16 Plätze im Team. Da ist es von heute auf morgen nicht so leicht, noch etwas Passendes zu finden.“

Zumal der 33-Jährige seine Karriere auch nicht einfach nur irgendwie und irgendwo ausklingen lassen will, sondern schon noch ehrgeizige Ziele hat. Mit aktuell 2045 Toren steht er in der ewigen Bundesliga-Rangliste auf Rang neun und ist mit 1934 Treffern davon Rekordtorschütze des SC Magdeburg. International hat er zuletzt mit seinen zehn Toren für Österreich beim 29:28-Sieg gegen Spanien für ein dickes Ausrufezeichen gesorgt. Weber: „Ich fühle mich gut und kann schon noch auf einem hohen Level spielen.“

Weber-Familie sucht Zuhause

Die Frage ist jetzt aber nicht nur, wo Weber seine sportliche Zukunft aufbauen will, sondern wo er mit seiner Familie ein neues Zuhause finden wird? Weber: „Unser Haus in Magdeburg ist schon verkauft. Für unsere Möbel und andere Dinge haben wir schon eine Lösung gefunden und dürfen das bei einem guten Freund unterstellen. Aber zum Wohnen wird es wohl kurzfristig auch auf ein Hotel hinauslaufen. Ideal ist das natürlich nicht.“

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