Volksstimme: Die Experten kommen aus dem Schwärmen über Ihre Leistung gar nicht mehr raus. Sind Sie eigentlich auch selbst mit sich zufrieden?

Marko Bezjak: Loben sollen andere. Aber bisher läuft es natürlich richtig gut. Nicht nur bei mir, sondern im ganzen Team. Wir haben uns als Mannschaft jede Saison weiterentwickelt und einen Schritt nach vorn gemacht. Es ist zwar auch unheimlich schön, wenn man mit seinem Namen dafür steht, etwas mit aufgebaut zu haben. Aber jetzt ist es eigentlich an der Zeit, etwas Großes zu erreichen.

Etwas Großes? Meinen Sie damit die Meisterschaft?

Ja, das ist unser großes Ziel. Ich persönlich halte den Meistertitel in Deutschland sogar für wertvoller als den Gewinn der Champions League. Deshalb würde ich mir diesen Traum in meiner Karriere gerne noch verwirklichen.

Der nationale Titel ist wertvoller als ein Triumph in der Champions League? Wie begründen Sie das?

Ich spiele jetzt meine sechste Saison in der Bundesliga. Und so eng wie hier geht es nirgendwo anders zu. In der Bundesliga musst du auch beim Tabellenletzten voll fokussiert sein und die Top-Leistung abrufen, sonst bekommt man Probleme. Unterm Strich muss man sich eine Meisterschaft in der Bundesliga 34 Spiele lang hart erarbeiten. In der Champions League kannst du dagegen in der Gruppenphase auch mal den Schongang einlegen, musst am Ende nur irgendwie Sechster werden. Richtig Feuer ist da erst ab dem Achtelfinale drin. Mit vier Top-Leistungen kann man in der Königsklasse also schon den Pokal in den Händen halten.

Trotz der zwei Niederlagen in Berlin und Flensburg ist der SCM ja im Titelrennen richtig gut dabei.

Hoffnung sollten wir vor allem daraus schöpfen, dass wir diese Saison von Beginn an oben dabei waren. In den letzten Jahren legten wir dagegen immer einen eher durchwachsenen Start hin und kamen erst im Herbst so richtig in Fahrt. Aber in der Bundesliga hast du für ganz oben dann keine Chance mehr. Da ist der Abstand zur Spitze einfach zu groß.

Was sind aus Ihrer Sicht die Ursachen dafür, dass in diesem Jahr alles ganz anders ist?

Wir haben privat sicherlich viele unterschiedliche Interessen. Aber wenn wir auf der Platte stehen, sind wir ein verschworener Haufen. Weil wir schon so lange zusammenspielen, weiß auch jeder, was zu tun ist und was der andere macht. Und unsere Zugänge haben super gepasst. Albin Lagergren ist im Rückraum genau das Puzzlestück, das uns gefehlt hat.

Im Handball wird viel über die Belastung diskutiert. Wie stehen Sie zu diesem Thema?

Wir brauchen im Sommer unbedingt eine längere Pause. Dass wir bis in den Juni hinein spielen müssen, kann ich nicht verstehen. Wenn ich mir den Spielplan anschaue, sehe ich im Monat April einige Lücken, durch die man die Saison früher beenden könnte. Dadurch könnte man früher in Urlaub gehen und hätte auch eine längere Vorbereitung. Weil nach der Saison noch die Nationalmannschaften spielen, ist die Vorbereitungsphase für die Nationalspieler oft zu kurz.

Eine Reduzierung der großen Turniere würde auch Luft im Spielplan schaffen.

Der Januar ist ja immer durch eine WM oder EM blockiert. Aber ich finde, dass diese Turniere auch aller vier Jahre stattfinden könnten. Dann hätte man zumindest jedes zweite Jahr im Januar einen Freiraum. Außerdem würde man dadurch auch die Wettbewerbe aufwerten. So wie die Olympischen Spiele. Dort zu gewinnen, ist im Handball etwas ganz Besonderes, weil man es nur alle vier Jahre schaffen kann. Wir mit Slowenien haben uns für die WM im nächsten Januar nicht qualifiziert. Das ist ärgerlich, aber wir können ein Jahr später ja schon wieder eine EM spielen.

Im Fußball gibt es ja nur alle zwei Jahre eine WM oder EM. Wie ist Ihr Verhältnis eigentlich zum Ball am Fuß?

Bis in den Jugendbereich hinein habe ich neben dem Handball auch noch Fußball gespielt. Wie im Handball am liebsten auch zentral. Mit 13 oder 14 Jahren musste ich mich dann aber entscheiden.

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