Magdeburg l Jannick Green bringt so schnell nichts aus der Ruhe. Aber die drei Niederlagen in den letzten drei Spielen nagen auch an der Seele des SCM-Torwarts. „Zum Glück hatte ich am Tag nach dem Spiel in Wetzlar eine Menge zu tun und war nicht alleine. Sonst sitzt man da, schaut die Wand an und es gehen einem tausend Gedanken durch den Kopf“, verrät der Däne.

Wetzlar-Spiel noch mal angeschaut

Als er zu Hause zur Ruhe kam, schaute er sich das 28:29 in Wetzlar zusammen mit seiner Frau Ditte Marie noch einmal an. „Mir war es dabei auch wichtig, ihre Meinung zu hören. Allerdings achte ich da meist nur auf mich selbst, ob ich richtig stehe und mich richtig bewege. Ob meine Teamkollegen aus dem Rückraum richtig geworfen haben oder über Außen alles richtig gemacht wurde, das beurteile ich nicht.“

In Wetzlar hat Green nicht so schlecht gestanden. Zwar kam er nur auf sechs Paraden, aber die Fangquote von 31,58 Prozent war okay. Und in den letzten Minuten hielt er auch noch zwei Siebenmeter. Seine Vorderleute konnten das Spiel trotzdem nicht mehr drehen.

Torhüter brauchen starke Abwehr

Dass die Magdeburger bei den drei Niederlagen auch die Torwartduelle verloren haben, ist deshalb auch nicht der alleinige Grund für die aktuelle Talfahrt. Green: „Allein wir können es nicht richten. Da muss immer das Zusammenspiel zwischen Torwart und Abwehr stimmen. Ich weiß noch, dass wir in der vergangenen Saison beim Spiel in Lemgo nur vier Paraden hatten und mit 23:22 gewonnen haben. Die Statistik kann da auch täuschen." Und derzeit haben die Magdeburger auf der Platte ja auch Probleme in allen Bereichen.

Weil das Handballspielen beim SCM aber keiner verlernt haben dürfte, scheint die Krise eher eine Kopfsache zu sein. Green: „Wir hatten in allen drei Spielen von Anfang an Probleme. Das macht es immer anstrengend. In Wetzlar haben wir uns zwar immer wieder zurückgekämpft, sind dann aber gleich wieder in Rückstand geraten. Das ist auch schwierig für den Kopf und sorgt für eine gewisse Unsicherheit.“

Siege bei den Füchsen sind besonders

Schon Dienstag geht es in Berlin im Achtelfinale des DHB-Pokals weiter, Green findet das ganz gut: „Nach Niederlagen würde ich immer lieber gleich am nächsten Tag wieder spielen. Insofern kommt das mit den Füchsen genau richtig. Da weiß jeder, um was es geht. Entweder sind wir raus oder weiter. Und bei unseren Fans könnten wir gerade mit einem Sieg bei den Füchsen ein bisschen was gutmachen.“

Am Kampf liegt es nicht

Obwohl Green in solchen Phasen die sozialen Netzwerke eher meidet, sind ihm die Kommentare nicht verborgen geblieben. „So wie wir in Magdeburg nach Siegen fantastisch gefeiert werden, müssen wir auch damit leben, dass die Enttäuschung ebenfalls entsprechend groß ist“, meint er. „Wenn man uns dabei vorwirft, wir hätten nicht gekämpft, dann ärgert mich das aber gewaltig, weil das nicht so ist. In Wetzlar haben wir ja nie aufgegeben und uns immer wieder rangekämpft. Mag sein, dass vieles dabei nicht so locker und leicht aussieht. Aber das ist normal in unserer Situation.“

Deshalb wurde beim SCM zuletzt viel gesprochen. Green: „Schon in Wetzlar fielen in der Kabine auch ein paar harte Worte. Aber das gehört dazu. Was raus muss, muss raus. Inzwischen haben wir aber genug geredet, wir müssen es endlich auch wieder zeigen. Schon bei den Füchsen müssen wir viel besser ins Spiel kommen.“

Denn dort wartet auf die Magdeburger ein heißer Abend. Green: „Die Rivalität zwischen beiden Clubs ist groß. Und es ist ein K.o.-Spiel. Das sagt alles. Die Füchse dürften auch nicht vergessen haben, dass wir im März 2018 im Pokalviertelfinale gewonnen haben. Aber in Berlin sahen wir auch immer besser aus als zu Hause.“

Mehr zum SC Magdeburg