Magdeburg l Voller Begeisterung stiegen die Spieler und Verantwortlichen des SC Magdeburg gestern Abend nicht unbedingt in den Mannschaftsbus. Die vor ihnen liegenden knapp 1000 Kilometer plus einer Fährüberfahrt von Puttgarden nach Rödby in Dänemark bis ins 50 Kilometer nördlich von Göteborg gelegene Alingsas waren dabei weniger ein Problem. Eher geht es darum, dass die aktuellen Reisen im europäischen Wettbewerb auch Fahrten ins Ungewisse sind.

Die ständigen Spielausfälle lassen berechtige Zweifel zu, ob dieser Wettbewerb überhaupt wie geplant bis zu Ende gespielt werden kann. Bisher sind in den vier Gruppen zusammen schon 13 Spiele ausgefallen, drei davon in der Gruppe C, wo auch der SCM spielt.

SCM-Gegner in der Krise

Während der SCM das Heimspiel gegen Montpellier verschieben musste, fiel Ende Oktober das Spiel von Alingsas bei ZSKA Moskau aus. So steht Alingsas aktuell mit einem Sieg (32:24 bei Besiktas Istanbul) und einer Niederlage (23:27 gegen Nexe) hinter dem SCM auf Rang 2 der Tabelle. Auch in der schwedischen Liga musste Alingsas zuletzt Niederlagen einstecken. Am Donnerstag gab es beim 18:29 gegen Aranäs eine herbe Heimpleite. Und am Sonnabend hieß es 28:30 bei Varberg. Damit liegt das Team von Trainer Mikael Franzen nur auf Rang fünf in der Tabelle. „Gegen Aranäs sind wir als Team auseinandergefallen. Das war eines der schlimmsten Spiele in meiner Zeit als Trainer von Alingsas“, sagt Franzen, der den Club seit 2012 coacht, auf der Facebook-Seite des Vereins.

Täuschen lässt sich der SCM von diesen Ergebnissen allerdings nicht. „Ich habe genug Videomaterial bekommen und weiß, dass wir Alingsas nicht unterschätzen dürfen. Eine Woche zuvor haben sie Kristianstad mit 34:30 geschlagen und eine starke Leistung gezeigt“, sagt SCM-Trainer Bennet Wiegert mit dem entsprechenden Respekt.

Penible Gegnervorbereitung

Um seine Spieler auf die jeweiligen Gegner vorzubereiten, investiert Wiegert immer sehr viel Zeit und geht penibel auf jedes noch so kleine Detail ein. Da dürfte er sich gewiss auch einiges von Alfred Gislason abgeschaut haben, unter dem er einst selbst Spieler war. Der Isländer ist inzwischen Bundestrainer, legt aber nach wie vor sehr viel Wert darauf, auch ausführlich über den Gegner zu sprechen. „Man spricht in der Gegnervorbereitung natürlich auch viel über sich selbst, was gut und was nicht gut funktioniert, aber ich gehe auch immer sehr intensiv auf den nächsten Gegner ein. Ich seziere dann nach Angriff und Abwehr, nach speziellen Spielertypen und Taktiken“, berichtet der 61-Jährige im neuen Handball-Magazin „7 – Bock auf Handball“.