Magdeburg l Mitte Juni will die Handball-Bundesliga (HBL) über den Beginn der neuen Saison entscheiden. Zwei Termine stehen dabei schon seit längerer Zeit im Raum: Anfang September oder Anfang Oktober soll der Ball wieder fliegen. HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann schwebt dabei ein Stufenplan vor, sprich: Die Spielstätten könnten zunächst zum Beispiel nur zu 25 Prozent ausgelastet sein, dann wird nach und nach gesteigert.

Was für die HBL zudem klar ist: Ein Bundesliga-Start erst im Januar 2021 könnte fatale Folgen haben. „Wir dürfen nicht in Schockstarre verfallen. Wenn wir den Handball für ein Jahr wegsperren, wäre das ein Rückschritt um 40 Jahre“, sagte Bohmann.

SCM will ab 1. Juli trainieren

Auf Hochtouren laufen daher parallel beim SC Magdeburg die Planungen und Vorbereitungen für die kommende Saison. Wobei die Geschäftsstelle noch mit etlichen Ungewissheiten kalkulieren muss. In Zeiten der Corona-Pandemie ist das, was heute noch gilt, morgen oft schon wieder anders.

Am Datum für den Trainingsstart, der für den 1. Juli vorgesehen ist, hält der Club weiterhin fest. „Wir haben die Spieler ja rund drei Monate nicht gesehen, es ist also auch eine Art Bestandsaufnahme“, sagt Geschäftsführer Marc-Henrik Schmedt.

SCM will mit Zuschauern starten

Doch nicht nur die Vorbereitung der Mannschaft treibt Schmedt zurzeit um. „Der Plan ist, dass wir mit Zuschauern in die neue Saison gehen“, stellt er klar. Fragen, die daher zu klären sind: „Welche behördlichen Auflagen sind im Herbst zu erfüllen? Wie sind Mundschutz- und Abstandsregelungen sinnvoll kombinierbar? Können die Gaststättenregelungen in den ViP-Räumen übernommen werden?“, zählt der Geschäftsführer beispielhaft auf. „Ein weiterer Ansatz könnte sein die Tickets zu personalisieren, so dass eine Nachverfolgung möglich ist“, merkt Schmedt an.

Während die HBL an einem Gesamtkonzept für die Liga arbeitet, „ist es doch sinnvoll, dass auch auf die Einzelstandorte runterzubrechen“, meint der Geschäftsführer: „Denn das, was für Magdeburg gilt, muss ja nicht an den anderen Standorten gelten.“ Allerdings ist für ihn auch klar: „Wir können uns nur vorbereiten. Denn was in drei oder vier Monaten ist, weiß aktuell niemand.“ Schmedt ist in diesem Zusammenhang ein Punkt besonders wichtig: „Wir sollten nicht schlechtergestellt werden als vergleichbare andere Branchen.“

Geisterspiele führen zu Dilemma

Denn sollte die Liga im September oder Oktober nicht beziehungsweise nur mit Geisterspielen starten, „dann wird es existenzgefährdend. Da müssen wir nicht drumherumreden.“ Etwas, das auch HBL-Geschäftsführer Bohmann betont: „Bei Geisterspielen müssten die Vereine die Kosten erheblich reduzieren, aber die meisten Kosten sind nicht verhandelbar. Das ist ein Dilemma.“

Zuletzt waren vom SCM aber positive Nachrichten zu vernehmen. Die Getec Energie Holding GmbH bleibt bis 2021 Hauptsponsor des Clubs, außerdem fand der SCM mit dem Sportartikelhersteller Hummel einen neuen Ausrüster. „Das sind wichtige Schritte, keine Frage“, bestätigt Schmedt, „und darüber freuen wir uns sehr. Allerdings sind noch viele von diesen Schritten nötig, um die Herausforderung in den Griff zu bekommen.“

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