Leipzig/Magdeburg l Und wieder mussten die Handballer des SC Magdeburg mit hängenden Köpfen ihren Bus besteigen und die Heimreise antreten. Dass es statt der rund 1000 Kilometer wie am Dienstag nach der Niederlage in Schweden von Leipzig aus nach Magdeburg nur gut 120 Kilometer waren, dürfte ein schwacher Trost gewesen sein. Denn während in der Leipziger Kabine eine kleine Party stieg, passten sich die Magdeburger Gesichter nach der 29:33 (14:16)-Niederlage beim SC DHfK eher dem grauen Novemberwetter an.

SCM legt gut los

Überraschenderweise hatten die Magdeburger sogar auf einige zuletzt verletzungsbedingt angeschlagene Spieler gesetzt. „Wir müssen unsere Probleme zur Seite drängen und gut performen“, lautete das Motto von Trainer Bennet Wiegert, der Jannick Green, Michael Damgaard und Magnus Gullerud sogar anfangen ließ. Und es ging für die Gäste auch richtig gut los. Nach sechs Minuten traf Michael Damgaard zum 4:2. Aber wie schon in der European Handball League leistete sich der SCM danach wieder zahlreiche einfache Fehler und gab den Vorsprung schnell wieder aus der Hand. Drei Minuten später hieß es aus SCM-Sicht 4:5. Nach 13 Minuten konnten die Gäste beim 7:7 letztmals ausgleichen und liefen seitdem ständig einem Rückstand hinterher.

Norwegischer Mittelblock

Beim 9:12 (20.) nahm Wiegert die erste Auszeit, forderte mehr Zug zum Tor durch direkte Zweikämpfe. Und in der Abwehr sollte besser gegen Leipzigs Kreisläufer verteidigt werden. Weil Piotr Chrapkowski aufgrund von Problemen am Sprunggelenk nicht abräumen konnte, entschied sich Wiegert dafür, dass die beiden Norweger Christian O‘Sullivan und Gullerud den Mittelblock bilden und ließ deshalb auch Zeljko Musa draußen.

Als Green sieben Minuten vor der Pause beim Stand von 11:12 einen Siebenmeter hielt, schien der SCM wieder im Spiel zu sein. Doch die Magdeburger vergaben danach reihenweise Chancen und lagen zwischenzeitlich sogar 11:15 (27.) zurück.

SCM lässt viele Chancen liegen

„Wir waren immer mal wieder auf ein Tor dran, haben es aber trotz vieler Chancen nicht geschafft, auszugleichen“, ärgerte sich O‘Sullivan nach dem Spiel. Dass der Ball nicht wie erhofft ins Tor wollte, lag auch an DHfK-Keeper Joel Birlehm und seinen 13 Paraden. Birlehm: „Wir waren super effizient und haben den SCM nicht ins Spiel kommen lassen.“

Als es 18:19 stand, ließen die Magdeburger gleich vier Möglichkeiten zum Ausgleich liegen. Wiegert: „Das sind entscheidende Situationen, die man nutzen muss, um das Spiel zu drehen. Die Niederlage tut natürlich sehr weh, aber wir werden jetzt nicht alles auf den Kopf stellen.“

Zehn Tore von Magnusson

Obwohl die Leipziger ihren Vorsprung immer wieder auf drei Tore ausbauten, blieben die Magdeburger vor allem dank der Treffsicherheit und Nervenstärke von Omar Ingi Magnusson (insgesamt zehn Tore und sechs davon durch Siebenmeter) dran. Elf Minuten vor Schluss war es beim 24:25 wieder knapp. Aber Philipp Weber mit seinen Ideen und Niclas Pieczkowski mit Wurfgewalt (sechs Tore) ließen sich den Sieg nicht mehr nehmen.

„Leipzig hat weniger Fehler gemacht und hatte die bessere Torwartleistung“, brachte es Stefan Kretzschmar bei Sky auf den Punkt. Mit 18 Fehlwürfen und zehn technischen Regelfehlern wurde das auf Seiten der Magdeburger auch in der Statistik klar belegt.