Magdeburg l Der Rechtsaußen kehrt zurück. Tim Hornke wird nach fünf Jahren beim TBV Lemgo in der nächsten Saison wieder für den Handball-Bundesligisten SC Magdeburg spielen. Doch am Donnerstag (19 Uhr) ist der 28-Jährige mit seinem aktuellen Team noch einmal zu Gast in der Getec-Arena. Wie er über seine Rückkehr an die Elbe denkt, verriet Hornke im Interview mit der Volksstimme.

Volksstimme: Sie haben bis 2014 für den SCM gespielt, wechselten dann nach Lemgo und tragen dann nächste Saison wieder das Magdeburger Trikot. Wie besonders wird denn deshalb das Spiel am Donnerstag für Sie sein?

Tim Hornke: Diese Frage kann ich nach der Schlusssirene wohl besser beantworten. Als ich nach meinem Wechsel zum ersten Mal mit Lemgo an die Elbe zurückkam, war das natürlich schon sehr speziell. Aber danach hat sich das normalisiert und die Duelle mit dem SCM wurden zu einem Spiel wie jedes andere auch. Weil jetzt schon feststeht, dass ich nächste Saison wieder in Magdeburg spiele, ist das aktuell natürlich wieder ein bisschen anders. Da schauen jetzt alle etwas mehr auf mich.

Zu viele Tore von Ihnen könnten dem SCM richtig wehtun. Denn im Titelrennen kann sich Ihr alter, neuer Club eigentlich keinen Ausrutscher leisten.

Worauf ich aber keine Rücksicht nehmen kann und auch nicht werde. Denn am Donnerstagabend trage ich immer noch das Trikot des TBV Lemgo und werde dafür auch alles geben. Schließlich wollen wir so früh wie möglich genug Punkte haben, um sicher die Bundesliga zu halten.

Zumal Lemgo Ihnen beim Wunsch, nach Magdeburg zu wechseln, ja auch sehr entgegenkam.

Worüber ich sehr dankbar bin. Da wir in Magdeburg ein Häuschen bauen und das unser Lebensmittelpunkt wird, ist es natürlich sehr, sehr schön zum SCM wechseln zu können. Allerdings war das nur im nächsten Sommer möglich. Der SCM hätte sich sonst ja anders orientieren müssen. Und ich glaube nicht, dass sie einen Platzhalter geholt und vor allem gefunden hätten, bis mein Vertrag in Lemgo ausgelaufen ist. Deshalb hieß es, entweder jetzt oder gar nicht. Schön, dass sich die Vereine so schnell einigen konnten.

Der SCM sorgt in dieser Saison bisher für viel Furore. Wechseln Sie im nächsten Sommer zum neuen deutschen Handball-Meister?

Möglicherweise! Der SCM spielt bisher eine richtig starke Saison. Deshalb halte ich an der Tabellenspitze alles für möglich. Auch nach der Niederlage in Flensburg. Denn das ist ja ein Gegner, wo man auswärts auch mal verlieren darf – und trotzdem im Titelrennen bleibt.

Und wenn es am Ende „nur“ ein Ticket für die Champions League wird, wäre das ja sicher auch ein Riesending.

Auf jeden Fall. Da die Bundesliga leider nur noch zwei Tickets für die Champions League bekommt, ist es noch schwieriger, sich dafür zu qualifizieren. Und klar, für mich würde ein Traum in Erfüllung gehen, sich auch in der Champions League mit den absoluten Top-Vereinen und großen Spielern messen zu können.

Matthias Musche ist der Cousin Ihrer Frau. Gibt es mit ihm möglicherweise eine heimliche Wette, wer am Ende in der Torschützenliste vorne steht?

Nein, aber die könnte ich mir auch sparen. Denn aus meiner Sicht liegt Matze uneinholbar vorn. Wenn er sich nicht verletzt, dann wird er sich in dieser Saison ganz bestimmt die Torschützenkrone holen. Aber letztlich ist das immer nebensächlich. Was zählt, sind Titel mit der Mannschaft. Auch das war für mich ein ganz wichtiger Grund für den Wechsel. Denn mit Magdeburg sind die Chancen auf einen Titel nun mal viel größer.

Im Sport werden ja immer die unglaublichsten Geschichten geschrieben. So wie die, dass Sie einst beim SCM an Robert Weber nicht vorbeikamen, nach Lemgo wechselten, jetzt als sein Nachfolger zurückkehren und am Donnerstag auf der Platte stehen, wenn er wahrscheinlich sein 2000. Bundesliga-Tor werfen wird. Was sagen Sie dazu?

Ich habe einen Riesenrespekt davor, was Robert für Magdeburg geleistet hat. Dass er gegen uns jetzt sein Jubiläumstor werfen kann, ehrt ihn sehr. Und ich freue mich auch darauf, seinen Platz beim SCM einnehmen zu dürfen. Damit habe ich kein Problem. Als ich nach Lemgo kam, musste ich die Lücke schließen, die Florian Kehrmann hinterlassen hatte. Und das ist auch ganz gut gelungen.

 

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