Magdeburg l SCM-Torhüter Jannick Green grinst schon, bevor ihm überhaupt eine Frage gestellt wurde. Ja, er könne sich schon denken, worum es geht. Und dann schiebt er die – erwartete – Antwort auch gleich hinterher. „Das ist Alltag für uns Handballspieler.“

Doch so ganz alltäglich ist es dann eben doch nicht, wenn die SCM-Spieler am Sonntag in der Bundesliga-Partie beim THW Kiel (13.30 Uhr/Sky) auf ihre Kollegen aus den jeweiligen Nationalmannschaften treffen. Sechs Spieler aus Magdeburg waren bei der WM im Januar dabei. Vom THW waren es sogar zwölf – damit stellte der Club aus dem Norden gemeinsam mit dem FC Barcelona das größte Kontingent aller europäischen Vereine.

Coole Landins

Und auch Green gibt dann doch zu, dass vor dem Spiel noch ein paar Nachrichten hin- und hergeschickt werden. Er adressiert diese an die Landin-Brüder. „Vor dem Spiel versucht man, sich ein bisschen zu ärgern“, sagt der 30-jährige Green und lacht. Mit Niklas Landin bildete er das Torhüter-Gespann der erfolgreichen Dänen, dessen jüngerer Bruder Magnus spielt auf Linksaußen. „Die beiden sind sich unheimlich ähnlich, sie könnten fast ein Zwilling sein, obwohl sie sieben Jahre trennen“, erzählt Green.

Die Landins seien das, was man in Dänemark als „kalten Arsch“ bezeichne. „Gerade wenn es brenzlig wird, sind beide unheimlich cool. Die bringt nichts aus der Ruhe. Deshalb glaube ich auch nicht, dass es für Magnus eine Herausforderung sein wird, gegen mich anzutreten“, meint der Keeper.

Tipps für die Mitspieler

Zeljko Musa, der in der Abwehr Landsmann Domagoj Duvnjak unter Kontrolle bringen will, bringt es so auf den Punkt: „Vor und nach dem Spiel sind wir Freunde, während der Partie kennen wir uns nicht.“ Zuletzt habe er zwar mit Duvnjak in der Nationalmannschaft für ein Ziel gekämpft, jetzt kämpfe er aber mit dem SCM um zwei Punkte. Ob er seinen Magdeburger Mitspielern noch einen Tipp gibt, wie Duvnjak zu bremsen ist? „Das ist der Job von unserem Torwart“, sagt Musa und lacht laut.

Albin Lagergren dagegen gibt das eine oder andere Insider-Wissen durchaus weiter. „Wenn es hilft, mache ich das natürlich. Ich will ja auf jeden Fall gewinnen“, sagt der Schwede. Er freue sich gerade aus dem Grund, Lukas Nilsson und Niclas Ekberg wiederzutreffen, ganz besonders auf die Partie.

Musche muss nichts erzählen

Für Robert Weber ist das Wiedersehen mit dem Österreicher Nikola Bilyk nichts Außergewöhnliches mehr. Die Spiele in der ausverkauften Kieler Sparkassen-Arena dagegen bleiben es auch in seiner elften Bundesliga-Saison. „Ich freue mich auf die Atmosphäre, es ist immer ein Höhepunkt, in Kiel zu spielen. Vor allem, wenn es gegen einen gut aufgelegten THW geht“, erzählt Weber.

Und Matthias Musche, der gleich vier DHB-Spieler wiedertrifft, sieht das alles sowieso etwas anders. „Für mich ist es Alltag, mit dem SCM zu spielen. Die Auftritte mit der Nationalmannschaft sind ja eher die Ausnahme“, meint der 26-Jährige. Beim SCM brauche er zudem niemandem etwas über Patrick Wiencek, Hendrik Pekeler, Steffen Weinhold oder Andreas Wolff zu erzählen. „Das sind alles Weltklasse-Spieler. Ich wage es zu bezweifeln, dass ich in dieser Hinsicht wertvolle Hinweise geben kann.“