Magdeburg l Heute Vormittag wollen die Geschäftsführer der 18 Bundesliga-Clubs in einer Telefonkonferenz entscheiden, wie es in der obersten deutschen Handball-Liga weitergehen soll. Schon am vergangenen Donnerstag wurde der Spielbetrieb in der Bundesliga bis mindestens 22. April ausgesetzt. Eine komplette Annullierung der gesamten Saison soll trotz der aktuell immer größer werdenden Einschränkungen aufgrund des Corona-Virus dabei aber kein Thema sein. „Wir werden morgen nicht abbrechen“, sagte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur.

Fragezeichen für die neue Saison

Weil den HBL-Clubs ein hoher finanzieller Schaden droht, soll es bei der Telefonrunde vielmehr darum gehen, die wirtschaftlichen Risiken zu minimieren. Bohmann: „Wir werden auch einen Fahrplan für die Spieltagsplanung abgeben.“ Weil aber keiner weiß, wie es definitiv weitergeht, stehen auch hinter den Planungen für die neue Saison viele Fragezeichen. Der Dauerkartenverkauf ist so gut wie gestoppt. Auch Sponsoren halten sich zurück. SCM-Geschäftsführer Marc-Henrik Schmedt: „Viele Firmen können ja noch gar nicht abschätzen, in welchem Ausmaß sie wirtschaftlich betroffen sein werden. Und da steht Sponsoring sicherlich ganz hinten an.“

SCM schließt Fanshop

Ohne Einnahmen von Zuschauern und Sponsorengeldern müssten viele Clubs sogar um ihre Existenz zittern. Welche Ausmaße das für den SC Magdeburg hätte, kann derzeit aber keiner sagen. Aktuell müssen die Grün-Roten auch auf wichtige Merchandising-Einnahmen verzichten, weil der Fanshop bis auf Weiteres geschlossen bleibt. Den Online-Verkauf will der SCM so gut es geht aber fortführen.

„Wichtig ist, jetzt aber bei allen Problemen nicht in Panik zu verfallen und die Ruhe zu bewahren“, fordert Schmedt. Und das oberste Gebot in Zeiten des Corona-Virus wurde beim SC Magdeburg auch schon in den letzten Wochen umgesetzt, als der Handball noch vor vollen Rängen durch die Hallen flog.

SCM-Trainer Wiegert stolz auf sein Team

Während die Konkurrenz fleißig patzte, haben die Grün-Roten die vergangenen vier Bundesligaspiele gewonnen und im EHF-Cup das Ticket fürs Viertelfinale gelöst. „Ich bin richtig stolz darauf, was die Jungs in den letzten Wochen geleistet haben. Sicherlich war das spielerisch nicht unbedingt das Optimum. Aber großen Respekt davor, was die Mannschaft an Mentalität und Leidenschaft an den Tag gelegt hat. Das ist genau das, was ich mir von einer Mannschaft erwarte. Denn die Situation war ja nicht einfach“, sagt SCM-Trainer Bennet Wiegert auch mit Blick auf die Verletzten-situation.

Am bisher letzten Spieltag in Stuttgart mussten die Magdeburger komplett ohne Mittelmann auskommen. Marko Bezjak und Gisli Kristjansson wurden jeweils an der Schulter operiert. Und kurzfristig fiel auch noch Christian O’Sullivan mit Fieber und Knieproblemen aus. Wiegert: „Auch Zeljko Musa hat uns in dieser Saison schon oft verletzt gefehlt. Deshalb sind wir sehr froh, uns für einen Kader mit drei Kreisläufern entschieden zu haben.“

SCM bewahrte die Ruhe

Und beim SCM wurde keiner hektisch, als es nach der EM-Pause in den ersten drei Spielen nicht lief. Der klaren Niederlage in Flensburg folgte das Unentschieden gegen Hannover, wobei die Grün-Roten kurz vor Schluss eine Sechs-Tore-Führung verspielten. Und nach der Niederlage bei den Füchsen rutschten die Magdeburger nach nur einem Punkt aus drei Spielen auf Rang fünf ab. Wiegert: „Wir haben die Ergebnisse realistisch eingeschätzt. Flensburg war einfach besser. Aber gegen Hannover und bei den Füchsen waren wir über weite Strecken des Spiels das bessere Team.“