Magdeburg l Nach dem Spiel gegen den THW Kiel wirkte SCM-Trainer Bennet Wiegert fast selbst ein bisschen erstaunt über die Leistungen, die sein Torwart-Gespann wieder einmal gezeigt hat. „Unsere Torhüter funktionieren einfach beide. Manchmal ist es fast schon ein bisschen zu einfach: Hat der eine einen schlechten Tag, läuft es bei dem anderen“, stellte Wiegert fest.

Dass es zurzeit so läuft, wie es eben läuft, und Dario Quenstedt und Jannick Green beide gut drauf sind, liegt laut ihnen selbst insbesondere am Umgang miteinander. „Man weiß, dass man als Torwart auch mal auf der Bank sitzen muss“, sagt Quenstedt, „aber auch dann muss man dem anderen Respekt entgegenbringen – und das machen wir beide, wir sind sehr loyal und kollegial miteinander.“

Ein Team im Team

Die besondere Verbindung ergibt sich allein schon deshalb, weil Torhüter im Handball noch einmal verstärkt ein eigenes Team innerhalb der Mannschaft bilden. „Es ist einfach etwas anderes, im Tor zu stehen, als auf einer anderen Position zu spielen. Einige Spieler sagen, dass wir keine richtigen Handballer sind“, sagt Green und lacht, „aber es ist auch einfach etwas ganz Besonderes.“

Die individuelle Vorbereitung mit Video- und Wurfstudium, gemeinsame Gespräche zwischen den Torhütern vor den Spielen, in denen die gegnerischen Haupttorschützen noch einmal durchgegangen werden, sowie der Kontakt während des Spiels tragen dazu bei.

Torwart-Technik ist unterschiedlich

Dass sie vielleicht auch gut harmonieren, weil sie sich vom Typ her ähneln, beide eher Ruhe ausstrahlen, sich keiner à la Silvio Heinevetter ins Spiel wirft, wollen sie so aber nicht ganz stehen lassen. Vor allem dann nicht, wenn es um die Torwart-Technik geht. „Da sind wir uns nicht so ähnlich. Ich liege zum Beispiel mehr auf dem Boden, Dario steht eher. Dario ist auch besser bei Würfen aus dem Sechsmeterraum“, sagt Green.

„Ich hatte in jungen Jahren keinen Torwarttrainer, deshalb komme ich mehr über Emotionen und Kampf, während Jannick verstärkt über seine Technik kommt“, fügt Quenstedt an. „So hat jeder seine Stärken. Schlussendlich muss auch der Trainer entscheiden: Wer passt besser zum Gegner?“

Duell auf Augenhöhe

Und was ist jetzt noch mal mit dem Charakter? „Außerhalb vom Sport weiß ich es nicht, da sind wir eigentlich alle ganz normale Leute“, sagt Green und lacht. Der Däne landete übrigens im Tor, weil er – wie er selbst sagt – nicht werfen kann. „Ich bin immer im Tor gestanden, ich kann wirklich nicht werfen. Und im Tor hat es mir dann Spaß gemacht.“

Mit einer guten Leistung wollen die beiden am Donnerstag auch das anstehende Duell gegen die Torhüter der SG Flensburg-Handewitt, Mattias Andersson und Kevin Møller, für sich entscheiden.

„Es ist egal, gegen welchen Verein wir spielen, wenn du einen Torhüter hast, der keinen Ball hält, oder ein Gespann, das nicht funktioniert, dann ist das auch keine Mannschaft, die in der Tabelle oben steht“, sagt Quenstedt. Flensburg steht zurzeit auf Platz zwei – ein Duell auf Augenhöhe wird es zwischen den Pfosten also auf jeden Fall.

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