Magdeburg l Die Vorzeichen könnten vor dem Bundesliga-Duell zwischen SCM und HSG Wetzlar unterschiedlicher nicht sein: Während die Magdeburger immer näher an die vier Spitzenmannschaften in der Bundesliga und somit auch an die Plätze für die Königsklasse heranrutschen, musste die HSG Wetzlar zuletzt eine 29:31-Niederlage gegen Schlusslicht Eulen Ludwigshafen einstecken.

SCM-Trainer Bennet Wiegert lässt sich allein davon allerdings nicht beeinflussen: „Wetzlar war auch bei der Niederlage in Ludwigshafen die bessere Mannschaft und hätte das Spiel nie verlieren dürfen.“ Die Partie beim Tabellenneunten stuft der Trainer auch deshalb als schwierig ein, weil jetzt jedes Team motiviert sei, die SCM-Serie (seit 17 Spielen wettbewerbsübergreifend ungeschlagen) zu durchbrechen. „Das wird alles andere als einfach, aber was ist schon einfach?“, so Wiegert.

Gastgeber setzt auf Heimstärke

Die Hessen bauen derweil auf ihre Heimstärke. „Wir haben ja schon mehrfach bewiesen, dass wir zu Hause unvorstellbare Leistungen abrufen können“, sagt HSG-Trainer Kai Wandschneider auf der Vereinshomepage. Die Rittal-Arena ist fast ausverkauft. „Wir kennen die Arena ja, die ist wirklich schmuck. Da werden die Fans ordentlich Rabbatz machen“, prognostiziert Bennet Wiegert und stellt sich auf ein emotionales Spiel ein.

Auf Seiten der HSG hat man vorab insbesondere SCM-Spielmacher Marko Bezjak ins Visier genommen. „Was er macht, ist Weltklasse. Er bestimmt den Rhythmus, setzt seine Mitspieler ein und bildet eine gefährliche Achse mit Kreisläufer Musa“, sagt Wandschneider.

Trainingseindrücke zählen

Wiegert stellt sich allerdings nicht darauf ein, dass die HSG versucht, Bezjak zum Beispiel mit einer Manndeckung aus dem Spiel zu nehmen. „Damit rechne ich nicht, das würde mich überraschen. Die HSG hat bisher immer mit einer 6:0-Abwehr agiert.“

Nachdem am vergangenen Sonntag im EHF-Cup-Gruppenspiel unter anderem Lukas Mertens und Daniel Pettersson zum Einsatz gekommen sind, und sich auch Nemanja Zelenovic „ganz gut präsentiert hat“ (Wiegert), geben für den SCM-Trainer für das Spiel heute Abend die Trainingseindrücke den Ausschlag. „Ich habe einen breiten Kader mit vielen guten Spielern. Ich werde die stärkste Mannschaft aufbieten.“ Dabei kann er aus dem Vollen schöpfen, der komplette 16-Mann-Kader reist mit. Bei Michael Damgaard bleibe es weiterhin eine Entscheidung von Tag zu Tag.

Kaum Zeit zur Regeneration

Zeit zur Regeneration bleibt den Spielern jedoch kaum. Nach der Bundesliga-Partie bricht das Team direkt nach Dänemark auf, wo der SCM am Sonnabend (15 Uhr/ehftv.com) das letzte Spiel in der EHF-Cup-Gruppenphase gegen Bjerringbro-Silkeborg bestreitet.

„Ich sehe das Spiel als Training für uns selbst. Unser Anspruch ist weiterhin, alles gewinnen zu wollen“, sagt Wiegert dazu, dass der SCM bereits für die Endrunde qualifiziert ist. Und er kann den Reisestrapazen dann irgendwie doch noch etwas Positives abringen: Immerhin könne man am Ostersonntag wieder zu Hause bei der Familie sein.

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