Drei Tage Ruhe

SCM-Sportchef Steffen Stiebler hatte am Sonntag angekündigt, was die medizinische Abteilung am Montag bestätigte: Marko Bezjak muss drei Tage lang sein linkes Schienbein schonen. Im EHF-Cup-Spiel bei Csurgoi KK hatte der 29-Jährige bereits mit dem ersten Angriff einen Tritt kassiert, in dessen Folge sich ein Hämatom bildete. Bezjak will am Sonnabend gegen Eisenach (15 Uhr, Getec-Arena) aber wieder spielen.

Magdeburg l Finn Lemke ist gegen Csurgoi KK einige Male hochgestiegen, hat zum Wurf angesetzt – hat aber nicht geworfen, sondern passte plötzlich zur rechten Seite. Der 2,10-Meter-Mann vom SC Magdeburg hat selbst zwei Wahrnehmungen zu dieser Szene. Die eine besagt: „Ich spiele dann lieber den disziplinierten Ball.“ Und zwar zu jenem Akteur, der aus seiner Sicht in der besseren Wurfposition steht. Die zweite besagt: „Ich muss manchmal mehr Vertrauen in meinen Wurf haben.“ Und das Spielgerät aus dem rechten Handgelenk einfach abfeuern. Dass er es zuweilen vergisst, „ärgert mich danach“, gestand Lemke.

Dennoch: Seit seinem Länderspieleinsatz fürs deutsche Team im November haben sich die Handball-Bundesliga, der SCM und Lemke auf der Platte vereint. Seither „habe ich mehr Einsatzzeiten bekommen“, sagte der 23-Jährige. Und nicht zuletzt am vergangenen Sonnabend im EHF-Cup bei Csurgoi KK hat Lemke diese mit Bravour genutzt. In der Abwehr gab er Sicherheit, in der Offensive traf er dreimal – und er heimste dafür ein Sonderlob von Sportchef Steffen Stiebler und Trainer Geir Sveinsson ein. Trotz des 23:24 beim ungarischen Vertreter war der Einzug in die Gruppenphase gelungen. Sveinsson meinte über Lemke: „Er ist einfach auf einem guten Weg.“

Einsatzzeiten genutzt

Genau den wollte er auch gehen mit seinem Wechsel im Sommer vom TBV Lemgo – in der Offensive und Defensive gleichermaßen. Er hatte zunächst oft auf der Ersatzbank Platz genommen, bis ihm die Tatsache, „dass ich mich in der Nationalmannschaft gut präsentieren konnte“, einen gehörigen Schub gegeben hat. Und bis ihm die Tatsache, dass Michael Damgaard und Zeljko Musa angeschlagen waren, mehr Chancen bot, sich in der Verantwortung zu beweisen. Und alles zusammen hat „mir gutgetan“.

Mit ihm und Jacob Bagersted im Mittelblock, mit Fabian van Olphen oder Michael Haaß auf den Halben oder mit Keeper Dario Quenstedt hat der SCM die zuletzt verloren gegangene Einheit im Defensivblock wieder zum Leben erweckt – was niemanden zu Lobeshymnen hinreißt. Auch Lemke nicht: „Jeder muss dafür zwei Schritte mehr gehen. Es ist noch nicht perfekt.“

Der Perfektion kann Magdeburg schon am Sonnabend gegen den ThSV Eisenach (15 Uhr, Getec-Arena) wieder ein Stück näherkommen. „Ein Ostderby, ein Heimspiel – das müssen wir gewinnen“, sagte Lemke. Der Ton ändert sich beim SCM: Was zuletzt oft genug wie eine Forderung klang, klingt wieder mehr nach Überzeugung.