Magdeburg l Drei, zwei, eins …. mein Date mit Dario Quenstedt! Seit Ebay sind Versteigerungen ein alltägliches Geschäft. Und auch der Torhüter des SCM wünscht sich, dass bei der von ihm initiierten Auktion der Rubel rollt. Doch dabei geht es ihm nicht um den eigenen Profit. Ganz im Gegenteil. Das persönliche Engagement gilt einem guten Zweck. Als offizieller Botschafter der Aktion „Handball hilft!“ möchte er das Spendenkonto für die Deutsche Krebshilfe aufstocken. Das aktuelle Gebot für das Handball-Fan-Paket (zwei VIP-Tickets für das Heimspiel des SCM gegen Wetzlar am 23. Dezember inklusive Buffet und anschließendem „Meet & Greet“ mit Quenstedt), lag gestern Abend bei 211 Euro. Die Auktion endet am Sonntag.

„Das ist bereits jetzt mehr, als ich erwartet hatte. Ich bin echt gespannt, was unterm Strich tatsächlich herauskommt“, erklärt der Magdeburger, der auf die Frage, was ihm das Ganze denn selbst wert wäre, nach kurzem Zögern antwortete: „300  Euro vielleicht?!“

Natürlich dürfte es am Ende auch gerne deutlich mehr sein. Gleiches gilt für die Spendenaktion, die vom 20. bis 28. Dezember zum zweiten Mal auf Quenstedts Facebook-Seite starten soll. Dann nämlich zahlt der Torhüter für jeden Like seines Spenden-Posts 5  Cent. Bei der Premiere im Vorjahr sind so 456,60 Euro zusammengekommen. Dieses Geld kam dem „Magdeburger Förderkreis krebskranker Kinder e.V.“ zugute, der auch in diesem Jahr die Spende erhalten soll.

SC Magdeburg besiegt Eisenach knapp

Magdeburg (mh) l Mit drei knappen Toren Vorsprung hat der SC Magdeburg das Ostderby in der Handball-Bundesliga gewonnen. Doch der Sieg über den ThSV Eisenach hat auch bei den Spielern nicht für Zufriedenheit gesorgt.

  • Jan-Steffen Redwitz (Eisenach), Robert Weber, Tomas Urban (Eisenach). Foto: Eroll Popova

    Jan-Steffen Redwitz (Eisenach), Robert Weber, Tomas Urban (Eisenach). Foto: Eroll Popova

  • Tomas Urban (Eisenach), Dario Quenstedt. Foto: Eroll Popova

    Tomas Urban (Eisenach), Dario Quenstedt. Foto: Eroll Popova

  • Tomas Urban (Eisenach), Finn Lemke. Foto: Eroll Popova

    Tomas Urban (Eisenach), Finn Lemke. Foto: Eroll Popova

  • Jacob Bagersted. Foto: Eroll Popova

    Jacob Bagersted. Foto: Eroll Popova

  • Jan-Steffen Redwitz (Eisenach), Nemanja Zelenovic, Nicola Hansen (Eisenach). Foto: Eroll Popova

    Jan-Steffen Redwitz (Eisenach), Nemanja Zelenovic, Nicola Hansen (Eisenach). Foto: Eroll Popova

  • Svetislav Verkic (Eisenach), Yves Grafenhorst, Dirk Holzner (Eisenach). Foto: Eroll Popova

    Svetislav Verkic (Eisenach), Yves Grafenhorst, Dirk Holzner (Eisenach). Foto: Eroll Popova

  • Michael Damgaard, Vincent Sohmann. Foto: Eroll Popova

    Michael Damgaard, Vincent Sohmann. Foto: Eroll Popova

  • Jacob Bagersted, Branimir Koloper (Eisenach), Michael Haaß. Foto: Eroll Popova

    Jacob Bagersted, Branimir Koloper (Eisenach), Michael Haaß. Foto: Eroll Popova

  • Robert Weber. Foto: Eroll Popova

    Robert Weber. Foto: Eroll Popova

  • Olafur Bjarki Ragnarsson (Eisenach), Michael Damgaard. Foto: Eroll Popova

    Olafur Bjarki Ragnarsson (Eisenach), Michael Damgaard. Foto: Eroll Popova

  • Dr. Birgit Hoffmeyer und Physiotherapeut Guido Engemann kümmern sich um Marko Bezjak. Foto: Eroll Popova

    Dr. Birgit Hoffmeyer und Physiotherapeut Guido Engemann kümmern sich um Marko Bezjak. Foto: ...

  • Jannick Green versucht ein Tor von Nicolai Hansen (Eisnach) zu verhindern. Foto: Eroll Popova

    Jannick Green versucht ein Tor von Nicolai Hansen (Eisnach) zu verhindern. Foto: Eroll Popova

  • Mannschaft und Trainer sind sichtlich enttäuscht. Foto: Eroll Popova

    Mannschaft und Trainer sind sichtlich enttäuscht. Foto: Eroll Popova

  • Matthias Musche nach der Operation wegen eines Innenbandrisses im linken Knie mit Fitness-Coach Marvin Stiebler nur zuschauen. Foto: Eroll Popova

    Matthias Musche nach der Operation wegen eines Innenbandrisses im linken Knie mit Fitness-Coach M...

Allerdings ist die Wiederholung der Privatinitiative, bei der es ein Trikot des Keepers zu gewinnen gibt, ein wenig gewagt. „Im Vorjahr war die Aktion ja noch neu, da musste sich das erst herumsprechen. Jetzt wissen schon im Vorfeld viele Leute Bescheid. Was ist also, wenn ich statt 5000 auf einmal 100 000 Likes oder noch mehr bekomme …“, fragt sich der SCM-Spieler mit der sozialen Ader, der hofft, auch Wirtschaftsunternehmen aus der Region mit ins Boot holen zu können. „Ich möchte in diesem Jahr zusätzlich auch Firmen die Chance geben, sich mit einer direkten Geldspende an den Förderkreis in selbstgewählter Höhe an der Aktion zu beteiligen. Auch sie landen im Lostopf für das Trikot.“

Helfen ist gar nicht so schwer

Doch egal, wie viel Spendengeld am Ende zusammenkommt, letztlich geht es dem 26-jährigen Familienvater nicht um die Höhe der Summe, sondern um die Symbolkraft und Vorbildwirkung, die von seinen Aktionen ausgehen. „Viele wollen helfen, wissen aber oft nicht wie.“ Dabei sei Helfen gar nicht so schwer. „Ich möchte einfach Denkanstöße geben und die Menschen animieren, sich für jene einzusetzen, die, warum auch immer, nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen“, so Quenstedt, der sich schon frage, warum sich nicht noch viel mehr Menschen, die es sich leisten könnten, sozial engagieren. „Aber das muss jeder selber wissen. Ich bin jedenfalls der Meinung, dass ich als Profi-Handballer ein privilegiertes Leben führe. Mir geht es gut und ich möchte mithelfen, die Welt besser zu machen.“

Dass er sich ausgerechnet in der Krebshilfe engagiert, hat indes einen eher traurigen Hintergrund. Zu seinen Lübbecker Zeiten war Teamkollege und Freund Daniel Svensson plötzlich an Krebs erkrankt: „Das hat mich sehr mitgenommen und tief bewegt. Da habe ich gesehen, wie schnell sich das Leben von einen auf den anderen Tag ändern kann“, wird der SCM-Keeper nachdenklich und betont, wie dankbar er sei, dass ihm solche Schicksalsschläge bislang erspart geblieben sind.

Selbstreflexion erwünscht

Trotz des Engagements außerhalb des Spielfeldes darf und will Dario Quenstedt nicht aus den Augen verlieren, womit er tagtäglich seine Brötchen verdient. Dass der SCM derzeit selbst nicht auf Rosen gebettet ist, zumindest sportlich gesehen, beschäftige ihn ebenso wie das Leid auf dieser Welt. „Aber das sind zwei verschiedene Ebenen. Das versuche ich zu trennen.“

Eine Einschätzung der Situation nach der „gefühlten Niederlage gegen Eisenach“ und vor dem wichtigen Punktspiel des SCM am Sonnabend in Göppingen, „das wir gewinnen müssen und wollen“, falle ihm schwer, gesteht Quenstedt. Wohl auch deshalb, weil seine derzeitige Leistungskonstanz im Kontrast zur schwankenden Mannschaft-Performance steht. Deshalb möchte er nur soviel dazu sagen: „Jeder Einzelne muss in dieser schwierigen Phase ehrlich zu sich selbst sein und sich fragen, ob er wirklich 100 Prozent für den Erfolg der Mannschaft gibt. Und dann sollten wir nicht mehr soviel erzählen, sondern endlich mal machen.“