Magdeburg l Für das letzte Heimspiel des Jahres 2015 hatte sich ein besonderer Gast auf den weiten Weg nach Magdeburg gemacht – die lebende SCM-Legende Joel Abati. Mit seiner Frau und den Töchtern, die mit dem Weihnachtsfest „die schönsten Erinnerungen“ an Magdeburg verbinden, ging es erst auf den Weihnachtsmarkt, dann in die Halle. „Ich hab’ gehört, der SCM braucht Hilfe“, erklärte Abati und stimmte die Zuschauer mit seinem legendären Satz auf die Partie ein: „Magdeburg ist Handball, Handball ist Magdeburg.“

Hilfe hätte der auf dem Zahnfleisch gehende SCM in der Tat gut gebrauchen können. Nur 13 Stammspieler standen im Protokoll – die angeschlagenen Marko Bezjak, Zeljko Musa und Alexander Saul waren neben den vier Langzeitverletzten nicht einsatzfähig. Zum Glück hatte sich bei Finn Lemke (linke Hand) das Blatt zum Guten gewendet. Der Nationalspieler konnte auflaufen.

Dennoch tat sich der Gastgeber schwer, ins Spiel zu kommen. Von ersten acht Angriffen gingen fünf durch technische Patzer und Fehlwürfe in die Hose (3:3/11.). Erst ein Doppelpack durch Robert Weber (Siebenmeter) und ein „Hammer“ von Michael Dam-gaard stellte die erstmalige Zwei-Tore-Führung her – doch das war in der ersten Halbzeit auch gleichzeitig die letzte.

Der Magdeburger Angriff kam nicht in Schwung. Zudem zog Andreas Wolff, die neue Nummer 2 bei den Nationaltorhütern, den Spielern desöfteren den Zahn. Allerdings hatte der SCM Glück, dass sich auch beim Angriff der Wetzlarer, die das Hinspiel mit 27:24 gewonnen hatten, Fehler an Fehler reihte. Dennoch lief Mannschaft von Trainer Bennet Wiegert nach dem 8:7 (21.) bis zur Halbzeit diesem knappen Rückstand hinterher.

Fünf Minuten nach Wiederanpfiff wurde das Kämpfen belohnt, der SCM ging mit drei Toren in Führung und verteidigte diese bis zehn Minuten vor Schluss (23:20). Doch der Kraftakt, mit der ersten Sieben fast durchzuspielen, forderte seinen Tribut. Wetzlar kämpfte sich zurück, glich zum 24:24 aus (54.). Es roch nach einer Punkteteilung. Bei der blieb es auch. Und das, obwohl Keeper Dario Quenstedt, der seinem Gegenüber inzwischen den Rang abgelaufen hatte, den Siegtreffer der Gäste zum 27:26 durch einem parierten Siebenmeter verhinderte. Aber auch dem SCM gelang im letzten Angriff kein Tor mehr.

Magdeburg: Quenstedt, Green - van Olphen 2, Bagersted 2, Czech, Haaß 4/1, M. Gebala, Weber 3/1, Sohmann, Damgaard 7, Zelenovic 5, Grafenhorst 3, Lemke

Wetzlar: Wolff, N. Weber - Prieto, Lipovina 1, Ferraz 2, S. Weber 2, Laudt 2, Holst 9/6, Fäth 6, Hahn 2, Klesniks, Kohlbacher 1, Mirkulovski 1, Rompf

Schiedsrichter: Dinges/Kirsch. Zuschauer: 6775. Siebenmeter: SCM 4/2; HSG 7/6. Zeitstrafen: 1/2