Magdeburg l Die Magdeburger Virgin Guards eilen in der American-Football-Regionalliga Ost von Sieg zu Sieg und machen sich dabei ein bestimmtes Ritual zu eigen. So auch beim 43:14 in Erfurt.

Immer wieder zeigt sich bei den Virgin Guards in dieser Saison dasselbe Bild. Nach einem Ballgewinn der Defensive geht es an die Seitenlinie mit Head-Coach Harald Voelkel in den Kreis. In diesem wird jedoch nicht die Defense oder der vorherige Spielzug besprochen, sondern zuallererst für die Kamera posiert. Dann heißt es nämlich „Hammertime“.

Jeder, der dem Gegner einen Ball abnimmt, darf sich dann mit der Magdeburger Version von Thors Hammer ablichten lassen. Fotografiert wird er dabei von Virgin-Guards-Cheftrainer und Defense-Coordinator Harald Voelkel höchstpersönlich. „Das sind einfach starke Einzelaktionen, die gewürdigt werden müssen. Dafür nehme ich mir die Zeit gerne“, räumte der „Hammertime“-Fotograf ein.

Diese neue Form der Würdigung von Ballgewinnen führten die Sudenburger in dieser Saison ein – bisher mit vollem Erfolg. Inspiration holten sich die Virgin Guards dafür vom US-amerikanischen College Football, wo es diverse Formen dieser Würdigung gibt. Waren im letzten Jahr noch Sticker, die man sich auf den Helm kleben konnte, der Lohn für besonders gute Leistungen, musste in dieser Spielzeit etwas Neues her. „Solche Traditionen sind im Football weitverbreitet. Bei den Miami Hurricanes gibt es beispielsweise die ‚Turnover Chain‘, eine Goldkette, die sich jeder Spieler, der einen Ball erobert, umhängen darf. Etwas in diese Richtung wollten wir auch und das dann mit Social Media verbinden“, erklärte Voelkel den Hintergrund. „Was die Turnover angeht, sind wir dieses Jahr ganz weit vorne. Die Jungs sind einfach geil darauf, sich den Hammer zu holen“, ist der Coach mit der bisherigen Ausbeute vollauf zufrieden. Die Aufnahmen, die an der Seitenlinie entstehen, finden dann ihren Weg in die Social Media Kanäle der Virgin Guards, wo sie über 1500 Abonnenten auf Instagram und über 3700 Abonnenten auf Facebook erreichen. So auch in dieser Woche, nachdem es beim 43:14-Erfolg bei den Erfurt Indigos sechsmal „Hammertime“ hieß.

Denn obwohl die Garde mit einem dünn besetzten Kader in Thüringen gastierte, u. a. auf den gesperrten Defense-Kapitän Bernhard Filipiak verzichten musste, feierte die „Hammertime“ bei den Indigos Saisonrekord. „Maximilian Schmidt hat als Vertretung in der Mitte einen herausragenden Job gemacht und war fast an jedem Tackle beteiligt“, holte sich der Filipiak-Vertreter aus dem starken Kollektiv heraus ein Sonderlob des Trainers ab.

Mit einer stetig punktenden Angriffsreihe, einer starke Offensive Line, einem sehr ordentliches Laufspiel, einem routinierten Spielmacher und einer Defensive, die den Gegner in aller Regelmäßigkeit „hämmert“, scheint die perfekte reguläre Saison bei noch zwei ausstehenden Spielen möglich.