Leipzig l Wenn ein Trainer rundum glücklich ist, sagt das in aller Regel schon alles aus. Und Harald Voelkel war glücklich. Rundum zufrieden. „Abgesehen von einer leichten Anfangsnervosität, haben wir ein super Spiel gemacht“, sagte der Head Coach der Virgin-Guards-Footballer. „Wir haben die Hawks über die gesamte Spielzeit dominiert.“

Was sich auch in den Zahlen am Ende ziemlich krass ausdrückte. 65:6 gewann die Garde am Wochenende ihr vorletztes Saisonspiel der Süd-Staffel der Regionalliga Ost bei den Leipzig Hawks. Es war der siebte Sieg im siebten Spiel. Und allen voran die Runningbacks Benny Siebert und Robert Kuzenko waren es, die die Gastgeber aus der Messestadt quasi in Grund und Boden liefen. „Die beiden haben sich ein Sonderlob verdient. Sie sind mit ihren Leistungen herausgestochen und haben die Offensive getragen“, meinte Cheftrainer Voelkel.

Runningbacks sind die Spieler, die versuchen, den Ball mittels Laufspiel in die gegnerische Endzone zu bringen, also nicht mit langen Pässen, sondern meist per Ballübergabe vom Quarterback eingesetzt werden.

Das Laufspiel der Garde wird immer besser

Auch die beiden Matchwinner sahen in ihren Aktionen einen Schlüssel zum klaren Sieg. „Das Laufspiel klappte gegen die Hawks noch besser als gedacht“, sagte Siebert. Kuzenko sprach im Nachgang von „einem beeindruckenden Spiel, bei dem das Ergebnis alles sagt“.

Doch wussten beide Runningbacks auch genau, bei wem sie sich zu bedanken hatten. „Die Offensive Line hat ein super Spiel gemacht. Ohne sie wäre der Erfolg am Boden nicht möglich gewesen“, lobte Siebert. Die Offensive Line sind die Spieler, die den Runningbacks die Laufwege freizusperren versuchen.

Tatsächlich hat sich das Laufspiel der Virgin Guards in der laufenden Spielzeit rapide entwickelt. Während Voelkel zum Saisonstart noch häufig monierte, dass er Gegner und Zeit noch viel besser durch das Laufspiel kontrollieren möchte, sind die Sudenburger am Boden mittlerweile eine echte Macht.

„Die Gegner wissen inzwischen, dass sie auf unser Passspiel aufpassen müssen. Deswegen müssen sie tiefer verteidigen. Das wiederum öffnet vorne Räume. Außerdem hat sich die gesamte Offensive gefestigt. Wir harmonieren jetzt viel besser“, erklärt Kuzenko die Gründe für die Steigerung.

Bei den Hawks musste sich Kuzenko in der internen Wertung – zumindest was die Touchdowns angeht – diesmal aber Mitspieler Siebert geschlagen geben. Während Kuzenko einmal über die Grundlinie in die Endzone tänzelte, fand Siebert zweimal den Weg. „Zwischen uns ist das immer ein freundschaftlicher Kampf. Damit treiben wir uns gegenseitig an“, erklärte Siebert. Und Kuzenko sieht darin sogar einen grundsätzlichen Vorteil: „Genau das ist das Ding beim American Football: Durch die Konkurrenz pusht man sich gegenseitig immer mehr. Wir sind aber nicht nur teaminterne Konkurrenten, sondern auch Freunde, weshalb ich mich sehr über Bennys Leistung freue.“

Zweiter Platzverweis für Linebacker Filipiak

Nur eine Szene aus dem Hawks-Spiel beschäftigte Coach Voelkel und seine Spieler dann doch noch länger. Beim Spielstand von 58:0 soll Linebacker Bernhard Filipiak einen Gegenspieler zielgerichtet und strafbar am Helm getroffen haben. Er wurde in der Folge zum zweiten Mal in der laufenden Saison des Feldes verwiesen. „Für uns ist es so ein sehr teurer Sieg“, ärgerte sich Voelkel.

Zur Herausstellung selbst wollte der Cheftrainer allerdings keinen Kommentar abgeben. Aus nachvollziehbarem Grund: Filipiak, der Kapitän der Defensive, wird am kommenden Sonnabend (um 16 Uhr) fehlen, wenn die Garde bei den Leipzig Lions antritt. Und die stellten gegen die Hawks einen Teil der Schiedsrichter-Crew.

Dennoch ist das Ziel für das letzte Staffelspiel klar: Die Vigin Guards wollen dort die perfekte reguläre Saison und den Staffelsieg finalisieren.