Ohne Frage: Mit der großen ADAC-Geländefahrt, die alljährlich im Gewerbegebiet stattfindet, ist Burg in der Motorsport-Szene längst keine Unbekannte mehr. Was fehlt, ist ein ortsansässiger Motorsportverein. Rallye-Fahrer Michael Kahlfuss und Taxi-Unternehmer Frank Geßner, beide passionierte Motorsport-Fans, wollen das ändern. Im Interview mit Volksstimme-Mitarbeiterin Maria Kurth sprach Kahlfuss über die Beweggründe, aber auch über die Schwierigkeiten, die diese Idee mit sich bringt.

Volksstimme: Herr Kahlfuss, woher kommt die Idee, einen Motorsportclub in Burg gründen zu wollen?

Michael Kahlfuss: Es gab eigentlich zwei ausschlaggebende Gründe, so dass wir gesagt haben: Es muss doch auch in Burg die Möglichkeit geben, sich in einem richtigen Motorsportverein zu organisieren. Einerseits ist jede Sportart, ob nun Badminton, Tischtennis oder Fußball, organisiert. Im Motorsport dümpelt hier aber jeder für sich herum. Es soll ja kein Zwang sein, aber es gibt sicher genug Leute, die sich für Motorsport interessieren und als Gemeinschaft kann man einfach immer mehr erreichen.

Volksstimme: Und der zweite Grund?

Kahlfuss: Ein anderer Grund ist die alljährliche ADAC-Geländefahrt, die in Burg dieses Jahr zum 20. Mal stattfindet. In den vorigen Jahren wurde ich des Öfteren von den Verantwortlichen des MSC Münster, der diese Geländefahrt organisiert, angesprochen und gefragt, wieso wir das denn nicht selber übernehmen. Der Ortsclub hat signalisiert, dass er die Veranstaltung dieses Jahr zum letzten Mal veranstalten wird, da er es zeitlich einfach nicht mehr schafft. Deshalb wollen wir in diesem Jahr schon einmal einen Stamm von Leuten zusammen bekommen, der bei der diesjährigen Geländefahrt mitlaufen soll und sich mit den Abläufen vertraut macht. Außerdem könnte man als Gemeinschaft auch ganz anders auftreten, was auch dem Landkreis zu Gute kommen würde, da nicht mehr so viele Fahrer einfach wild durch Wälder fahren und die Umwelt verschmutzen würden.

Volksstimme: Das heißt: Egal ob Endurist oder Formel 1-Fan, jeder kann kommen?

Kahlfuss: Ja, es ist wirklich jeder willkommen, egal ob selbst aktiv oder einfach nur passionierter Motorsport-Fan vor dem Fernseher. Früher, als ich beim MC Lok Magdeburg war, gab es zum Beispiel auch eine Gruppe, die hatte eher touristischen Charakter. Die älteren Leute haben dann mit ihren Oldtimern immer Ausflüge unternommen. Wir wollen also nicht nur junge Leute, sondern auch ältere Menschen ansprechen. Jeder, der irgendwie ein Herz für den Motorsport hat, ist willkommen.

Volksstimme: Wie schwer ist es, einen Motorsport-Verein zu gründen?

Kahlfuss: Ich glaube, dass es schon sehr schwer wird. Es gibt zwar viele Motorsport-Begeisterte, aber viele Leute wollen sich nicht verpflichten und keine Verantwortung übernehmen. Dabei soll alles ganz zwanglos passieren. Im Dezember haben wir uns das erste Mal getroffen, da sind rund zehn Leute zusammen gekommen und haben sich einfach unterhalten, was möglich ist. Wir wollen ungefähr bis zum Frühjahr eine schlagkräftige Truppe von mindestens 30 Leuten zusammen haben, die dann die Vereinsgründung angehen.

Volksstimme: Wann findet das nächste Treffen statt?

Kahlfuss: Das nächste Treffen findet am morgigen Freitag um 19.30 Uhr im Restaurant "La Mirage" in der Zibbeklebener Straße in Burg statt. Wir freuen uns über jeden Motorsport-Fan.

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