Burg (okr). Rene Kamm ist naturgemäß ein Spieler, der alles überragt. Mit seinen 2,08 Meter sticht der Volleyballer nicht nur optisch aus dem Landesoberliga-Sechser des PSV Halle heraus, er gehört quasi auch zu den tragenden Säulen im Spiel der Saalestädter. "Wir kennen ihn schon von den Beachturnieren, haben uns auf ihn eingestellt", sagte die Trainerin des Burger VC, Jessyka Postolla. In der Tat, ihr Team nahm den Mittelblocker gestern Nachmittag weitestgehend aus dem Spiel. Mit Wirkung: Im "Tollhaus" Sporthalle Burg-Süd bezwang der BVC vor 120 Zuschauern den PSV Halle mit 3:0 (25:23; 28:26; 25:23).

Grundlage für den Dreisatz-Erfolg war ein konsequentes Blockspiel, schnelle Angriffsvarianten über die Außen und der berühmte Funke, der vom Publikum auf die Mannschaft übersprang. Und eine Initialzündung hatten die Gastgeber auch nötig. Zwar führten sie im ersten Satz mit 5:1, agierten aber nervös. Angaben landeten im Aus, Annahmen wurden verpatzt und selbst beim Zuspiel stellten sich Fehler ein. Der PSV glich aus und ging beim 16:15 erstmals in Führung. In dieser Phase verletzte sich der Hallenser Pawelke am Knöchel schwer. "Sicher einer von vielen Knackpunkten im Spiel", sagte PSV-Kapitän Dennis Oehme. Burg nutzte die Verunsicherung der Gäste und kam dank starker Angriffsschläge von Außen Alexander Behr zum knappen 25:23-Satzgewinn.

Im zweiten Durchgang lag der BVC schnell in Rückstand (0:5, 7:9), um sich dann zu fangen. Vor allem Youngster Georg Blum sammelte Selbstvertrauen, erzielte Punkte und blockte erfolgreich. "Er hat ein starkes Spiel gemacht", sagte Postolla, die ihren Stammsechser fast komplett durchspielen ließ. Der hätte nach einer 20:17-Führung beim 24:23 für die Gäste fast noch den Satz abgegeben. "Wir fühlten uns zu sicher", sagte Alex Behr. Er und sein Team behielten aber die Nerven und brachten beim 28:26 den Satz unter Dach und Fach.

Im dritten Satz drängte der BVC auf eine schnelle Entscheidung, führte mit 7:3, 14:11 und 20:14. Dann begann aber wieder das große "Flattern", verkürzte Halle auf 23:24, ehe ein technischer Fehler des PSV den Burger Siegpunkt bescherte.

Trotz strittiger Szenen wollte Oehme nicht die Schiedsrichter für die Niederlage verantwortlich machen. "Uns fehlte das Selbstvertrauen im Angriff, Burg hat uns sein Spiel aufgezwungen." Postolla lobte dagegen "die Konsequenz im Doppelblock und bei den zweiten Bällen", mit der nicht nur der Hallenser "Hüne" aus dem Spiel genommen wurde.

Burger VC: Raab, A. Behr, Hagendorf, S. Behr, Prellwitz, Jasper, Müller, Sawallisch, Blum, Malter