Seit sechs Jahren macht Motocrosser Tristan Hanak vom MC Genthin die Strecken im Kreis unsicher. Geschwindigkeit, Adrenalin und "ein Puls, der am Start bei 360 ist" - nur drei von zahlreichen Dingen, die den 13-Jährigen an seiner Sportart faszinieren.

Burg/Genthin l Es liegt wohl in der Natur der Sache, sich als Motocrosser irgendwie von der Masse abzuheben. Sei es auf der Strecke oder in Charakterfragen. Gestatten: Tristan Hanak, 13 Jahre, Mitglied beim MC Genthin, in Diensten des Rennstalls Falcon, Teammitglied bei der MX Division Parchen und selbstsicher. Der Burger muss, gefragt nach der Faszination seiner Sportart, nicht lange überlegen: "Es ist einfach das Größte, wenn man am Start steht und die 15 Sekunden angezeigt werden. Dann fällt auf einmal alles von einem ab", beschreibt Tristan das Gefühl vor einem jeden Rennen. "Die Anspannung und Konzentration, die man dann halten muss, ist so groß, dass ich vor jedem Start auch immer müde werde."

Seine Aussagen sind konkret, sein Lachen strahlt Selbstvertrauen aus und seine Augen sprechen Bände, wenn er von seiner Maschine spricht. Dass der 13-Jährige einmal die Strecken im Kreis auf zwei Rädern unsicher machen würde, war schnell klar. "Ich bin früher immer bei meinem Vater auf der Enduro mitgefahren, das fand ich schon gut. Irgendwann hat er dann gesagt: Jetzt kannst du selber fahren", berichtet Tristan. Mit sieben Jahren startete er erstmals bei einem Rennen - mit durchschlagendem Erfolg: "Das war 2008 bei einer Trainings- und Einstellungsfahrt. Da haben wir ein kleines Rennen draus gemacht. Ich war stolz, dass ich Zweiter geworden bin. Leider gab es mit mir nur zwei Starter", verrät Tristan augenzwinkernd.

Dass Motocross nicht unbedingt als alltägliche Freizeitbeschäftigung gilt, merkte Tristan schnell: "In der Grundschule gab es immer montags einen Stuhlkreis, da sollte dann jeder von seinem Wochenende erzählen. Bei mir wussten schon alle, dass es wieder irgendwas mit Motorradfahren zu tun hat."

Doch es ist nicht nur die besondere Anspannung vor einem Rennen oder die waghalsigen Sprünge, die den Schüler des Burger Rolandgymnasiums faszinieren: "Motocross ist ein Einzelsport, da muss man sich auf sich selbst verlassen und wissen, was man tut." Angst vor Stürzen hat Tristan nicht. "Man kann sich auch beim Fußball das Bein brechen."

Seine bis dato größten Erfolge in der Klasse bis 85 Kubikzentimeter feierte er 2012 in Letzlingen. So sicherte er sich im letzten Wertungslauf innerhalb der Landesmeisterschaft die Plätze eins und zwei. Gleichzeitig verhalf er damit seinem Vereinskollegen Nick Seeger zum Landesmeistertitel, da Henry Herbst, Seegers ärgster Konkurrent, dem Burger den Vorrang lassen musste. Tristan selbst belegte am Ende Rang sechs in der Gesamtwertung. Ein Ergebnis, das sich angesichts der schwierigen Trainingsbedingungen sehen lassen kann. Da es in Burg keine Möglichkeiten gibt, müssen Vater und Sohn mindestens 30 Kilometer fahren, um zu trainieren. Zudem betont Frank Gessner: "Die Schule hat absoluten Vorrang."

In Sachen Termine hat für Tristan hingegen das anstehende Rennen seines Vereins Priorität. Auf die ihm bestens bekannte Strecke in Ferchland freut sich der 13-Jährige: "Ich bin schon aufgeregt und hoffe, dass ich einen Podestplatz erreiche."

Pläne für die Zukunft gibt es ebenfalls: "Bei den Deutschen Meisterschaften mal ein paar Rennen mitzufahren, wäre schön", sagt Tristan, weiß aber auch: "Dafür muss man hart trainieren und alle Rennen kann man ohnehin nicht mitfahren. Der Aufwand ist einfach zu groß." Er weiß eben wovon der spricht - ohne abzuheben.

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