Güsen (kfr/bjr) l Emotional, leidenschaftlich, spielerisch stark - Eigenschaften, die man dem Güsener HC II am Sonnabend bedenkenlos bescheinigen konnte. Dass diese Attribute auch notwendig waren, lag am Gegner. Mit dem Barleber HC war der potenzielle Mitbewerber um den Meistertitel in der 2. Handball-Nordliga zu Gast. Dieser wurde am Ende mit 29:23 (15:12) in die Knie gezwungen.

Die Rand-Magdeburger reisten mit der Empfehlung an, dem GHC II im Hinspiel eine empfindliche 19:31-Niederlage beigebracht zu haben, und wollten natürlich auch ihre Chance auf den Titel wahren. Mit einem Sieg in Güsen wäre ihnen dieser nicht mehr zu nehmen gewesen. Auch die GHC-Reserve benötigte den Sieg, um ihre Hoffnungen auf Platz eins zu erhalten.

Starker Rückhalt im Tor

Mit dieser Motivation eröffnete der GHC II das Spiel und legte sofort ein 2:0 vor und erhöhte wenig später zum 4:1. Wesentlichen Anteil an der frühzeitigen Führung hatte Torhüter Thomas Prause, an dem die BHC-Rückraumschützen immer wieder scheiterten. Mit seiner Leistung gab er der Mannschaft den Rückhalt, den sie benötigte, um im Spiel zu bleiben. Beim 10:7 (19.) nahmen die Gäste eine Auszeit. Dies zeigte nur kurz Wirkung, denn Martin Müller und Jan Tusch erhöhten kurz darauf zum 13:9. Besonders Routinier Tusch riss sein Team durch Einsatz Treffer immer wieder mit. Da die Güsener nicht wie gewohnt ihr Konterspiel aufziehen konnten, waren spielerische Akzente gefragt. Hierbei waren die Außenspieler Michael Rosenberg (vier Tore) und Christian Kampe (drei) ein wesentlicher Faktor. Nachdem die Güsener auch in doppelter Unterzahl ihren Drei-Tore-Vorsprung behaupteten, ging es mit einem 15:12 in die Kabinen.

Mit Beginn der zweiten Hälfte übernahm der Gast die Initiative und glich zum 15:15 aus. Nachdem sich der GHC II den "Halbzeitschlaf" aus den Augen gewischt hatte, brachte wiederum Tusch sein Team mit zwei Toren in die Erfolgsspur zurück. Noch ließ sich Barleben aber nicht abschütteln und hielt dagegen. Bis zum 19:19 (45.) ließ sich von den zahlreichen Zuschauern nur über den Sieger spekulieren.

Die Unterstützung durch die Fans blieb in dieser Phase nicht aus. Derart angetrieben, entwickelten die Güsener Stützen wie Florian Hennig, Müller und Tusch unbändigen Kampfgeist und Spielwitz. Durch kluge Anspiele zum Kreis auf Stefan Filter und auf die Außen wurde ein 5:0-Lauf gestartet, der zur 24:19-Führung führte. In der 50. Minute schwächte sich der Gast zusätzlich, als Andy Tietzmann - neben Hennig Mitbewerber um die Torjägertrophäe - seine dritte Zeitstrafe kassierte.

Ein letztes Aufbäumen

Doch dies hinderte die Barleber nicht daran, nochmals auf 24:21 zu verkürzen. Es sollte aber das letzte Aufbäumen gewesen sein, denn Kampe, Rosenberg, Bernd Bretschneider und Hennig erhöhten mit ihren Toren postwendend auf 29:22. Bei diesem Spielstand konnten sich die Gastgeber sogar einen Fehlwurf von der Siebenmeterlinie leisten (60.).

Durch die engagierte Leistung rehabilitierte sich der GHC II nicht nur für die erlittende Hinspielniederlage , sondern hat am Sonnabend beim Spiel gegen den Diesdorfer SV alle Trümpfe in der Hand. Wie der Verein mitteilte, wird zum abschließenden Spiel ein Bus eingesetzt. Alle Interessierten treffen sich am Sonnabend um 15.30 Uhr an der Sporthalle in Güsen. Das Spiel in Diesdorf findet um 18 Uhr statt.

Güsener HC II: T.Prause, Himmel - Bretschneider (1), Wendt, Geue, Müller (6/1), Kampe (3), Heitzmann, S. Prause, Hennig (8/3), Köppen, Filter (2), Tusch (5/1), Rosenberg (4)