Gerwisch (okr). Rolf Döbbelin ist als Trainer des Fußball-Landesligisten SG Gerwisch zurückgetreten. Der Trainer teilte seine Entscheidung der Mannschaft am Sonnabend unmittelbar nach der 1:5-Niederlage gegen die SG Handwerk Magdeburg mit. "Mein Entschluss ist in den letzten Wochen gereift und war wohl überlegt", sagte der 55-Jährige gestern auf Nachfrage der Volksstimme.

Damit zog der Trainer nach der anhaltenden sportlichen Talfahrt die Reißleine. Die Blau-Weißen stehen mit elf Punkten aus 14 Spielen nach wie vor auf einem Abstiegsplatz (15.), vermochten es trotz des Auswärtserfolgs beim MSV Börde nicht, nun gegen die SG Handwerk nachzulegen. "Vielleicht ist mein Rücktritt ja ein Anstoß, eine Reaktion hervorzurufen. Ich würde es der Mannschaft wirklich wünschen", sagte Döbbelin, der das Team vor rund einem Jahr als Nachfolger von Michael Steffen übernommen und 2009/10 auf Rang drei geführt hatte. Zu den genauen Gründen seines Rückzugs wollte er sich nicht äußern. Nur soviel: "Es hat Vieles nicht mehr zusammengepasst."

In den vergangenen Wochen, so war aus Vereinskreisen zu erfahren, war die Trainingsbeteiligung teils desolat. Klar ist, dass eine Reihe von Leistungsträgern berufsbedingt unter der Woche nicht trainieren konnten. Dieser Rückstand spiegelte sich auch auf dem Platz wieder. Hinzu kommt, dass die Mannschaft den Weggang von vier Stammkräften in der Sommerpause bis heute nicht verkraftet hat.

Die Spieler und die Vereinsführung zeigten sich vom Schritt Döbbelins "überrascht", wie der Interims-Abteilungsleiter Fußball, Dirk Swolana, der den erkrankten Manfred Schaaf vertritt, gestern sagte. Er verwies auf eine Stellungnahme des Vereins auf deren Internetseite. Darin heißt es: "Die Verantwortlichen der Abteilung Fußball äußerten ihr Bedauern über die Entscheidung Rolf Döbbelins und fanden sich sofort zusammen, um schnellstmöglich an einer Lösung zu arbeiten."

Ob Kapitän Thomas Sauer die Mannschaft vorläufig trainieren wird, ließen die Betei-ligten bis gestern offen.