Güsen (bjr). Am Ende stand für die Handballer des Güsener HC im Spiel der Sachsen-Anhalt-Liga gegen den BSV 93 Magdeburg ein 30:30 (14:15)-Unentschieden zu Buche. Und doch jubelten die GHC-Mannen nach dem Schlusspfiff auf nahezu extatische Weise. Was war passiert?

Weniger die Tatsache, dass man dem favorisierten Tabellenführer aus Magdeburg einen Punkt abgetrotzt hat, war ausschlaggebend dafür, dass die Güsener nach Spielende in einer großen Spielertraube über das Parkett hüpften. Viel eher war es die Art und Weise, wie der GHC in einer fast schon verlorengeglaubten Partie das Blatt wendete und in einer an Dramatik nicht zu übertreffenden Schlussphase den Punktgewinn sicherte. "Riesen-Lob an das Team. Wir haben kämpferisch dagegengehalten. Die Einstellung hat absolut gepasst", sprudelte es auch aus Güsens Trainer Eric Steinbrecher heraus.

Die Gäste aus der Landeshauptstadt spielten zunächst keineswegs wie der haushohe Favorit und aktuelle Klassenprimus. Der GHC erwischte den besseren Start und ging mit 2:0 in Führung. Erst gegen Mitte der ersten Halbzeit gelang es dem BSV 93, das Zepter zu übernehmen (8:9). Danach wechselten Magdeburger Führung und Güsener Ausgleich hin und her. Zur Pause gingen die Gastgeber mit einem 14:15-Rückstand in die Kabine.

Nach Wiederbeginn kämpfte sich der GHC erst auf 17:17 heran, um dann in der stärksten Phase des Spiels über einen 6:0-Lauf mit 22:18 die Führung zurückzuerobern. Den Vorsprung bauten die Güsener zwischenzeitlich sogar auf 25:19 aus und wiesen dabei die Gäste vor allem durch eine robuste Zweikampfführung in die Schranken. "Leider kehrte dann der Schlendrian ein, verbunden mit ein paar konditionellen Schwächen", blickte Steinbrecher auf die Phase zurück, in welcher der Vorsprung schrumpfte und beim 26:26 sogar gänzlich dahin war.

Es begann dasselbe Spielchen wie bereits vor der Halbzeitpause: Die Olvenstedter Sieben legte vor, die Gastgeber glichen aus. Doch beim 28:30, kaum zwei Minuten vor dem Ende, drohte diese Rechnung nicht aufzugehen. Zwar stellte Güsen eine Minute vor Ultimo den 29:30-Anschluss her, doch im Gegenzug wurde Chris Hoffmann nach einem Foul und der damit verbundenen dritten Zwei-Minuten-Strafe im Spiel vorzeitig zum Duschen geschickt. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war in der Elbe-Havel-Halle Fingernägelkauen angesagt. Da die Gäste den Ball nicht im Tor unterbringen konnten, sollte es einen letzten entscheidenden Angriff der Güsener geben. Doch prallten die Bemühungen des GHC an der massiven Abwehr der Magdeburger ab. Mit der Schlusssirene entschied das Schiedrichtergespann auf Freiwurf, dieser musste nun direkt verwandelt werden. Fabian Steindorf war es, der sich der Verantwortung stellte und tatsächlich die Lücke in der Mauer fand – der Rest ging bekanntermaßen im grenzenlosen Jubel unter.

Güsener HC: Bretschneider, T. Beyer – K. Haßbargen (5/3), Buchheister (2), Hennig (6), Teßmann (5), Hoffmann (1), C. Beyer (1), R. Klewe (5), Geue, Salomon (1), Steindorf (4)