Niegripp l Alexander Reiprich für Deutschland, Diplomatie war gestern! Es wäre ein durchaus passender Wahlslogan für den Libero der SG Niegripp bei der anstehenden Bundestagswahl. In Sachen Ausdrucksstärke ist Reiprich auch auf politischer Ebene konkurrenzfähig, einzig an der Wahl seiner Worte müsste der 27-Jährige noch etwas feilen. "Wir haben ihm vorgeschlagen, dass er sich bei der Bundestagswahl zur Wahl stellen soll, weil er immer so viel erzählt", verriet Jürgen Wust, der Niegripps Trainer Joachim Greisner gestern beim 3:1 (2:1)-Sieg gegen den SC Vorfläming Nedlitz vertrat. Auf seiner Wahlkampf-Tour sollte Reiprich - so viel ist seit gestern sicher - auch den Nedlitzern einen Besuch abstatten. Vor allem Thomas Sanftenberg gilt es noch von seinen Fähigkeiten zu überzeugen. Nach den immer wiederkehrenden Auseinandersetzungen, die beide gestern hatten, dürfte das jedoch kein leichtes Unterfangen werden.

Alles andere als leicht gestaltete sich auch das erste Heimspiel der Niegripper, das am Ende zwar standesgemäß mit 3:1 gewonnen wurde, "aber nicht wirklich schön anzuschauen war", wie auch Wust zugeben musste. Bereits nach 30 Minuten hätte die Partie entschieden sein können, doch vor allem Niegripps Torjäger Paul Sandmann erwischte beim ersten Heimauftritt nicht gerade seinen besten Tag.

Nach einer Hereingabe von Florian Müller setzte sich Mittelfeldspieler Marcus Schlüter im Strafraum durch und bediente Sandmann, der jedoch zu lange zögerte und dessen Schuss von Gäste-Keeper Sergej Semenow abgeblockt wurde.

Nur zwei Minuten später die nächste Großchance für die Gastgeber: Diesmal war es Christian Schmidt, der Fabian Mlynek in letzter Sekunde am Abschluss hinderte. Die Gäste, die bemüht waren Ordnung in ihr Spiel zu kommen, blieben im ersten Durchgang ohne Durchschlagskraft. Ein Torschuss von Marcel Kilz, der das Gehäuse von Niegripps Keeper Steffen Rateike jedoch deutlich verfehlte, war das einzig Nennenswerte, was die Elf von Trainer Helmut Friedrich zustande brachte.

Auch den Gastgebern unterliefen im technischen Bereich zahlreiche einfache Fehler, immer wieder versprang der Ball oder die Passgenauigkeit ließ zu wünschen übrig. Wieder einmal war es Kapitän Thomas Böttcher, der seine Farben in der 30. Minute mit 1:0 in Führung brachte. In bester Abstaubermanier reagierte er nach einem Kopfball von Sandmann, der am Pfosten landete, am schnellsten. Alles andere als glücklich war das 2:0 der Hausherren (42.). Nach einem misslungenen Abschlag von David Ritze landete der Ball bei Böttcher, der die Lücke erkannte und das runde Leder gekonnt zum 2:0 ins lange Eck setzte. Doch nur vier Minuten später, in der Nachspielzeit der ersten Hälfte, sorgte Schmidt nach einem Freistoß von Kevin Göritz per Kopf für den 1:2-Anschlusstreffer und hielt die Partie damit weiter offen.

Nach Wiederanpfiff erhöhten die Gäste zwar den Druck auf das Gehäuse der Niegripper, agierten im Abschluss jedoch entweder zu unkonzentriert oder schlichtweg ideenlos. So war es Sandmann, der in der 70. Minute nach schöner Vorarbeit von Christoph Ackmann per Kopf für den 3:1-Endstand und damit für die Entscheidung sorgte.

SG Blau-Weiß Niegripp: Rateike - Reiprich, Briest, Böttcher, Müller, Philipp, Mlynek, Ackmann, Sandmann, Rennwald (68. B. Schlüter), M. Schlüter