Es ist die besinnlichste Zeit des Jahres. Viele machen es sich zu Hause gemütlich und auf den Tisch kommen nur die leckersten Sachen. Was aber, wenn die bunt gefüllten Regale im Supermarkt nicht mit dem schmalen Geldbeutel von bedürftigen Familien zusammenpassen. Da helfen die Tafeln in Burg und Genthin.

Burg / Genthin. Dicht an dicht stehen die Menschen in der alten Villa in der Burger Grünstraße im Foyer. Kinder wuseln um die Beine der Mütter herum, die Männer vertreiben sich die Wartezeit mit einem Plausch. Es ist voll im Haus der Diakonie. Von Dienstag an bis heute herrscht Hochbetrieb bei der Essensausgabe der Tafel. " Wir waren auf solch einen Andrang vorbereitet ", sagt Bettina Körtge von der Burger Tafel. " Essen ist immer wichtig ", erklärt sie, warum die Einrichtung als einziges Angebot während der Feiertagswoche geöffnet hat. " Möbel und Kleidung, das kann warten bis zum Januar. Aber Hunger nicht. "

Und die Mitarbeiter in der Burger Tafel hatten den Bedürftigen einiges anzubieten. Die unterstützenden Supermärkte und Sponsoren hatten ihre Weihnachtsregale ordentlich geleert. Neben Brot, Gemüse, Obst, Käse und Joghurt gab es auch besondere Angebote wie geräucherten Lachs. " Das ist für unsere Kunden etwas besonderes. Zum einen, weil die Regale wirklich voll sind, und weil es eben auch Exklusiveres gibt ", sagt Bettina Körtge. Mehr als 30 Familien waren am ersten Öffnungstag in Burg gekommen. Ähnliche Zahlen wurden für den Rest der Woche erwartet.

" Soll ich dir Obst und Gemüse einpacken ?", fragt Tafel-Mitarbeiterin Heike Alk einen Kunden. " Brauchst du nicht, ich habe noch was eingefroren. " Man kennt sich mit Namen. Es bleibt trotz des Ansturms für jeden Bedürftigen ein bisschen Zeit für das persönliche Gespräch. Viele der Klienten kommen seit Jahren zur Tafel. Den Berechtigungsschein dafür bekommen sie immer für die Zeit, in der sie auch durch das Amt gefördert werden.

" Kann ich noch Joghurt haben ", fragt die Zehnjährige ihre Mutter, die insgesamt fünf Kinder hat und darum Brot und Käse, Rosenkohl, Salat und Äpfel in Beuteln und dem Rucksack verstaut. " Da musst du fragen. Aber es ist in dieser Woche kein Problem, ein kleines Extra in den Taschen zu verstauen. Die Mitarbeiterinnen Heike Alk, Renate Handrow und Gabi Scorl können aus dem Vollen schöpfen.

Auch in Genthin hatte die Tafel in dieser Woche geöffnet. 19 Familien standen am Dienstag an, um ihre Taschen füllen zu lassen. Als Leckereien gab es weihnachtliches Geback. " Und wir haben noch immer ein gutes Angebot an Wurstwaren, die wir vor Weihnachten von einem Sponsoren bekommen hatten ", erklärte Ingrid Liedtke von der Genthiner Diakonie. Bis heute erwartet die Mitarbeiterin etwa 50 Familien. " Das liegt unter den normalen Zahlen, aber das hatten wir auch so erwartet ", sagt sie.

In Burg und Genthin werden ab dem 3. Januar, also ab Montag, wieder die üblichen Angebote gestellt. Das Möbellager wie auch die Kleiderkammer in Burg sind dann wieder besetzt. " Gerade für die Kleiderkammer würden wir uns über Spenden freuen ", sagt Bettina Körtge. Vor allem bei der Männerbekleidung täten sich große Lücken auf.