Güsen/Genthin l Das zweite Kreisderby, das morgen der SV Germania Güsen und der FSV Borussia Genthin bestreiten, versprüht in Anbetracht der derzeitigen Situation fast schon einen Hauch von „Kellerduell“. Keiner der beiden Landesklasse-Teams ist in der Position, sich zurücklehnen zu können. Beide brauchen Punkte, wenngleich sich Genthin noch ein Stück näher an der Abstiegszone befindet.

„Ich denke es wird ein sehr enges, spannendes und nervenzerreißendes Spiel“, mutmaßt Mathias Tesch. Der SVG-Trainer hat schon viele Derbys mit den Genthinern erlebt, darunter schon eines in der laufenden Saison. Die Rede ist vom Kreispokalspiel Anfang September. Damals schoss Josef Bonitz das einzige frühe Tor der Partie und sorgte damit schlussendlich für das Weiterkommen seiner Mannschaft. Beide lieferten sich einen großen Kampf.

Güsen war zuletzt drauf und dran sich eine kleine Siegesserie aufzubauen. Ein 4:1-Erfolg beim SV Fortuna II sowie der 3:1-Heimsieg gegen Empor Wanzleben, sollten den Grundstein dafür legen. Doch dann folgte ein 1:2 bei Kleinmühlingen/Zens trotz eigener Führung. „Ich denke mit unserem Pokalerfolg bei Traktor Schermen haben wir uns wieder ein wenig rehabilitiert, was nicht heißen soll, dass ich beide Spiele miteinander vergleichen will“, stellt Tesch klar. Das 8:1 war eine klare Angelegenheit für die Güsener. Tobias Pohl erzielte allein vier Treffer. Für den an der Schulter verletzten Tobias Nickel stand Tobias Richter im Tor. „Wir werden ihn weiterhin schonen. Auch Sebastian Dietert ist wieder eine Alternative.“ Dietert ist eigentlich Feldspieler, stand aber schon gegen Kleinmühlingen/Zens im Tor.

Es geht ums Prestige

Tesch sieht seinen Gegner darüber hinaus etwas mehr in der Pflicht. „Sie haben erste drei Punkte gesammelt und stehen unter Druck. Aber auch wir sind nicht in der Situation, frei aufspielen zu können. Es ist ein Prestigeduell, das auch wir gewinnen wollen. Alle wissen worum es geht. Gegen Borussia brauchst du ohnehin keinen Spieler motivieren.“

Von einer Drucksituation kann Detmar Gronwald nur bedingt sprechen. Er weiß, wo sein Team steht, sieht aber noch lange nicht schwarz. „Wir müssen versuchen locker zu bleiben und dürfen in dieser wichtigen Phase keinesfalls verkrampft ins Spiel gehen.“ Sein Team mache sich momentan noch keine Gedanken über die Abstiegszone und bewahre entsprechend Ruhe.

Die angesprochenen drei Zähler sind bis hierhin dennoch zu wenig. Erst einmal konnte Genthin gewinnen (6:0 gegen Haldensleben) sowie einen Punkt zuhause behalten (3:3 gegen Wanzleben). Alle anderen fünf Partien gingen allesamt verloren, zuletzt drei Spiele in Folge.

Bleibt also abzuwarten, ob Genthin die Pokal-Revanche tatsächlich gelingt.

Es fehlen: Tobias Nickel (angeschlagen), Sebastian Huth, Christian Vormeister (privat) – Lukas Hinze (verletzt), Thomas Gronwald, Christian Barlse (beide Arbeit); Fragezeichen: Lukas Dake; SR: Thomas Krugel, Sebastian Graßhoff, Til Rieback; Saison 2016/17: 1:1, 4:3