Gommern/Niegripp l Vielleicht haben sie beim SV Eintracht Gommern vor dem Osterwochenende ja hingeschaut, wie man sich für eine 1:7-Niederlage revanchiert. Zugegeben: Das knappe 1:0 von Brasiliens Nationalmannschaft über die deutsche Auswahl passierte in einem wenig aussagekräftigen Testvergleich und macht die „Schmach von Belo Horizonte“ im WM-Halbfinale 2014 nicht ungeschehen. Aber Wiedergutmachung bedeutet eben doch ein kleines bisschen Seelenfrieden – und wäre aus Eintracht-Sicht in der Fußball-Landesklasse, Staffel II, am Sonnabend angesagt. Dann nämlich gastiert die SG Blau-Weiß Niegripp ab 15 Uhr auf dem Sportplatz am Volks- haus und diese dürfte nicht wenig Lust haben, an den Kantersieg aus der Hinrunde anzuknüpfen.

Gegensätzlicher könnte vor dem neuerlichen Derby das Laune-Level kaum sein. Schwerer als die Erinnerung an den verkorksten Auftritt aus dem Oktober des Vorjahres wiegt beim SVE nämlich der Eindruck der vergangenen beiden Wochen. „Der Fußballgott steht aktuell nicht auf unserer Seite“, spielt Trainer Olaf Worschech einerseits an das 1:6 gegen den TuS Magdeburg-Neustadt, andererseits auf 0:3 vom Ostersonnabend beim MSV Börde II an, das einer Farce glich. „Es waren wirklich irreguläre Bedingungen auf dem schneebedeckten Hockeyplatz. Fußball war da eigentlich kaum möglich.“

Den Gegner ernst nehmen

Spielerisch haben auch die Niegripper am Doppelspielwochenende keine neuen Maßstäbe gesetzt. Dafür war die SG mit den beiden Siegen über Samswegen (4:2) und Arminia Magdeburg (1:0) aber umso erfolgreicher und erklomm die Tabellenspitze. Und genau so fokussiert will Trainer René Sandmann seine Schützlinge auch in Gommern erleben: „Für uns ist es, als würden wir zum TuS Neustadt oder HSV Medizin fahren. Das Schlimmste wäre, wenn wir Gommern nicht ernst nehmen. Der SV Eintracht hat das 1:7 sicher noch im Kopf, wir dagegen erinnern uns immer noch ungern an die Pokalpleite.“

Ende März 2017 begruben die Ehle-Kicker nämlich mit einem 3:1-Heimsieg die Titelhoffnung der SG Blau-Weiß im Halbfinale des Kreispokals, um sich die Trophäe später letztlich selbst zu sichern. „In Gommern musst du immer 110 Prozent geben“, so Sandmann, der die Derbys zudem noch aus seiner Zeit als Aktiver kennt und entsprechend auf seine Mannschaft einwirken wird.

Auch Worschech ist überzeugt, „dass mein Gegenüber sein Team gut einstellen wird. Aber als Trainer kannst du viel reden. Entscheidend ist, was in den Köpfen der Spieler vor sich geht.“ Im Fall seiner Schützlinge hofft der Coach, dass eine einfache Devise hinter der Spielerstirn ankommt: „Kämpfen, kämpfen und nochmals kämpfen. Die Jungs müssen für diese 90 Minuten brennen.“ Damit ist zwar noch keine geglückte Revanche garantiert, rassige Fußball-Unterhaltung für den neutralen Beobachter aber in jedem Fall.
Es fehlen: Kevin Schulz (fraglich) – Dustin Nabel, Hendrik Schäfer (beide privat), Ronny Pantenburg, Marcus Rimpl (beide langzeitverletzt); SR: n.n.a.; Hinspiel: 1:7