Gommern (okr/vwo) l Tiefpunkt überwunden, sportlich im Soll und noch viel Entwicklungspotenzial: Eintracht Gommern kann in der Fußball-Landesklasse 2 auf eine gelungene Hinrunde zurückblicken, die auf einem soliden fünften Tabellenplatz beendet wurde. "Das war nicht unbedingt zu erwarten. Ich bin sehr zufrieden", sagte Trainer Bodo Thiele.

Tatsächlich war mit diesem Ergebnis im Vorfeld nicht unbedingt zu rechnen. Nach dem Abgang von vier Leistungsträgern, keinem echten Zugang und der späten Verpflichtung des neuen Coaches handelten viele die Eintracht im Vorfeld als Abstiegskandidaten. Nach einigen "erwarteten" Anlaufschwierigkeiten - darunter der bitteren 1:2-Auftaktpleite gegen Aufsteiger SG Niegripp - fand Gommern überraschend schnell in die Spur. "Alle Spieler haben im Training und im Spiel sehr gut mitgezogen, die Truppe ist schnell zusammen gewachsen. Es macht Spaß", sagte Thiele.

Er probierte personell und taktisch viel aus, "zauberte" mit Christian und Stefan Schulz, Chris Müller und Fritz Jenrich Akteure aus der zweiten Mannschaft aus dem Hut und verlieh dem Eintracht-Spiel Linie. Beleg waren die disziplinierten Leistungen gegen Staffelprimus SV Irxleben (1:1), Arminia Magdeburg (5:2), SV Altenweddingen (3:1) und gegen die SG Gerwisch (1:1). "Was uns fehlt, ist die mentale Reife, unser Potenzial immer auszuschöpfen", sagte Thiele. Vor allem gegen die Spitzenteams der Liga wie Union Heyrothsberge (1:3), TSV Kleinmühlingen/Zens (0:2) und TSV Zerbst (1:3) hingen die Trauben für die junge Truppe noch zu hoch. Gleichwohl übernahmen die Routiniers wie Marko Bittersmann, Kevin Schulz und Marco Reichel Verantwortung, "auch Daniel Stridde hat mich überzeugt", so Thiele, der zudem eine Steigerung in der Abwehr konstatierte.

Sorgen müsste ihm dagegen die Fairness seines Teams bereiten. Mit 48 Gelben und zwei Gelb-Roten Karten haben die Spieler in dieser Frage - trotz Strafenkatalogs - nichts dazugelernt.

In der Rückrunde gilt es für die Gommeraner, die guten Leistungen zu bestätigen. "Wenn wir am Ende auf einem ähnlichen Platz landen, wäre es gut", sagte der Trainer. Er zerstreute jedoch eventuelle Hoffnungen, dass sich die Eintracht in der Winterpause verstärken könnte. "Es gab einige Gespräche. Aber es läuft darauf hinaus, dass sich personell erst nach Saisonende etwas tut. Wichtig ist, dass diese Spieler charakterlich zu uns passen. Dann wäre künftig noch mehr möglich."