Das Überraschungsteam der Hinrunde heißt Union Heyrothsberge: Die Fußballer schlossen die erste Halbserie in der Landesklasse 2 auf dem dritten Tabellenplatz ab. Beleg, dass die Elf an Reife und Stabilität gewonnen hat.

Heyrothsberge l Torsten Völckel ist kein Mann der großen Worte. Vielmehr ist der Union-Trainer stets um sachliche Analyse bemüht, ohne den Blick auf das Wesentliche zu verlieren. Deshalb fällt sein Fazit zur Hinrunde eher nüchtern als euphorisch aus: "Wir hatten mit Platz fünf geliebäugelt. Widererwartend lief es doch ganz gut", sagte Völckel. Dass sein Team die beste Hinrunde seit Jahren absolviert hat, stärkstes Heimteam der Liga ist, alle Kreisderbys gewann und den Tabellenführer bezwang, wird ihm sicher bewusst sein. Lohn ist der dritte Platz - mit Tuchfühlung zur Spitze.

Die Gründe für den Heyrothsberger Höhenflug, der sich Ende der vergangenen Saison angekündigt hatte (gute Rückrunde, Erreichen des Pokalfinals), sind vielfältig. Der Kader ist seit Jahren personell nahezu unverändert geblieben, hat sich entwickelt und wurde auf Schlüsselpositionen punktuell verstärkt. "Vor allem die jungen Spieler haben einen Sprung gemacht. Sie sind selbstbewusster geworden und tun jetzt auch mehr für ihre Fitness", sagte der Coach, der zudem die hohe Trainingsbeteiligung lobte.

"Nach einem guten Start läuft es halt einfach"

Dennoch wussten die Unioner nach dem mageren achten Platz in der Vorsaison nicht so recht, wo sie stehen. Doch nach dem furiosen 3:1-Auftakterfolg gegen Landesligaabsteiger SG Gerwisch deutete die Mannschaft an, wohin die Reise in dieser Spielzeit gehen würde - nach oben. Dem "Ausrutscher" in Seehausen (1:2) folgten die 3:1-Siege gegen Eintracht Gommern und die SG Niegripp sowie die Erfolge gegen Roter Stern Sudenburg (2:0) und Handwerk Magdeburg (5:1). "Hat man einmal einen guten Start hingelegt, läuft es halt einfach", sagte Völckel.

Dabei ließ sich sein Team von Rückschlägen wie der 1:5-Pleite beim SV Irxleben nicht beeindrucken und setzte zur neuerlichen Siegesserie gegen Arminia Magdeburg (2:1), TSV Hadmersleben (2:1) und MSV Börde (7:1) an. Neben der kleinen Portion Glück, die dem SVU früher vielleicht fehlte, war die verbesserte Chancenverwertung für die Serie verantwortlich. Diese verkörperte Stefan Groth, der mit 18 Treffern die Torschützenliste der Liga anführt und wohl die beste Saison seiner Laufbahn spielt. Auch Mike Pinno und Benjamin Beyer steuerten Treffer bei. "Sie haben dazugelernt", lobte der Trainer. Zudem hob er Abwehrspieler Christian Krümling ("Er hat sich einen Stammplatz erarbeitet") und Daniel Ziemann ("Er hat sich auf ungewohnten Positionen in den Dienst der Mannschaft gestellt") hervor. Außerdem zog Neuzugang Tino Raugust ("Er hat uns sehr gut getan") im Mittelfeld die Fäden. Dadurch gelang es Union, verletzungsbedingte Ausfälle wie von Karsten Völckel, Thomas Müller oder Mathias Thiem zu kompensieren. Völckel: "Wir sind in der Breite besser aufgestellt."

"Es wird schwer, diesen Platz zu halten"

Höhepunkt der Hinrunde war der souveräne 2:1-Heimsieg gegen Tabellenführer TSV Kleinmühlingen/Zens, dem ein 3:0-Erfolg gegen die stärker eingeschätzten Olvenstedter folgte. Ein Fingerzeig für die Rückrunde? Völckel: "Es wird schwer, diesen Platz zu halten. Wir müssen alle Derbys auswärts bestreiten. Dennoch wollen wir unser Spiel durchziehen und noch mehr agieren, als reagieren." Eben ganz der Analytiker.