Burg l Er hat ihnen fünf Minuten später mit einer starken Parade beim einzigen ernstzunehmenden Gardelegener Angriff in der zweiten Hälfte diesen einen Punkt festgehalten. Doch nach dem Abpfiff sprachen am Sonnabend alle nur über den Fehltritt des Dominik Schumann. Als der Torhüter des BBC 08 eine Viertelstunde vor Schluss den Ball direkt in die Füße von Gästestürmer Clemens-Paul Berlin spielte und so das letztliche 2:2 verschuldete, dürfte sich auch Trainer Marcel Probst gewünscht haben, sein Keeper hätte das Spielgerät stattdessen bis in den nahen Flickschuteich gedroschen. So aber blieb dem Coach wenig anderes übrig, als zerknirscht festzustellen: „Was soll man sagen? ‚Schumi‘ weiß selbst, dass er einen Fehler begangen hat, obwohl er uns kurz darauf vor dem dritten Gegentor bewahrt. Daran lässt sich nichts mehr ändern.“

Tatsächlich sahen die 128 Zuschauer im Parkstadion eine Burger Elf, die gewillt schien, die Hinrunde vergessen zu machen. Und hätte sie alle Trümpfe ausgespielt, die auf der Hand lagen, wären zwei zusätzliche Zähler möglich gewesen. Auch die Gegenseite musste beipflichten: „Wir können mit dem Punkt gut leben. Burg hat das nicht schlecht gemacht“, schätze SSV-Trainer Norbert Scheinert ein. Gemeint war damit vor allem das robuste Auftreten sowie das frühe Stören des Gardelegener Spielaufbaus. Die Gäste waren so bereits früh gezwungen, mit langen Bällen in Richtung ihrer schnellen Stürmer zu operieren.

Erfolgreiche Schmidt-Rückkehr

Auf der Gegenseite agierte vor allem Christopher Schmidt als „Pressingmaschine“. Und tat nebenbei das, was dem BBC in der Hinrunde durch sein verletzungsbedingtes Fehlen allzu häufig abging: Nach 47 Minuten warf sich der Torjäger in eine Flanke von Erik Teege und köpfte zum 1:1-Ausgleich ein. Als sich Kapitän Carsten Madaus zehn Minuten später in den Rücken der Gästeabwehr stahl und nervenstark zur Führung verwandelte, schien das Unterfangen Heimsieg auf einem guten Weg.

In der Schlussphase fehlte dem BBC 08 aber der unbedingte Wille, der ihn nach Wiederbeginn ausgezeichnet hatte. Da half auch die Überzahlsituation nach einer Gelb-Roten Karte gegen die Altmärker nichts (73.). Erst recht nicht, da Schumann kurz zuvor unfreiwillig für Berlin aufgelegt hatte. Der quirlige Stürmer hatte die Burger Abwehr bereits in der ersten Halbzeit früh düpiert (4.) und sorgte so für Frust bei BBC-Trainer Probst: „Betrachtet man die Ausgangslage, ist ein 2:2 gegen Gardelegen sicher schön. Aber über die gesamten 90 Minuten hätten wir uns den Sieg verdient gehabt. So sind es zwei verlorene Punkte.“
Burg: Schumann – Ch. Madaus, Schock, Lichtenberg, Ca. Madaus, Lenz, Saager, Helbig (88. Rißling), Friedrich, Teege, Schmidt
Gardelegen: Mette – Schönfeld (46. Stottmeister, 57. Haxhiu), Gille, Bogdahn, Haak, Winkel, Malek, Scheinert, Gütte, Mertens (71. Fehse), Berlin
Tore: 0:1 Clemens-Paul Berlin (4.), 1:1 Christopher Schmidt (47.), 2:1 Carsten Madaus (58.), 2:2 Clemens-Paul Berlin (73.); SR: Marco Uhlmann (Welsleben), Marcel Hosenthien, Dirk Rittweger; ZS: 128; Gelb-Rot: Hannes Winkel (79., Spielverzögerung)