Parey/Güsen l Draußen in der Coachingzone hat René Bonitz sie fast selbst physisch wahrgenommen: harte Checks, die Eishockeyspielern ein anerkennendes Lächeln aus den Zahnlücken hervorlocken würden; Grätschen, die eine freiwillige Herausgabe des Spielgeräts nahelegen; Luftkämpfe, bei denen die eigenen Füße kaum den Boden verlassen, weil bereits auf den Schultern ein fremder Ellenbogen lastet. „Wahrburg war unheimlich präsent und stark in den Zweikämpfen“, lobte der Trainer der Güsener Landesklasse-Kicker den Gegner. „Logisch, die wollen unbedingt nach oben in die Landesliga und die Spieler müssen sich zeigen.“

„Die“ bezog sich auf die Gäste aus dem Stendaler Ortsteil, die nicht zufällig ins Testprogramm des SV Germania gerutscht waren. „In der Saison werden wir öfter unter Druck stehen als der Gegner. Daher war es gut, noch einmal gegen eine Mannschaft zu spielen, die uns vor allem in der Defensive fordert.“ So gab es über die gesamte Partie gesehen nur wenig Entlastung. Durch frühes Anlaufen grenzte der TuS den Güsener Spielaufbau jäh ein. Auch lange Bällen kamen schneller zurück, als es den Platzherren lieb sein konnte.

Fehler wird eiskalt bestraft

Immerhin: In den ersten 20 Minuten bestand der SVG den Härtetest, der seinen Namen in jeder Hinsicht verdiente. „Es war ein bisschen schade. Beim ersten Gegentor begehen wir exakt den Fehler, den ich in der Trinkpause angesprochen habe“, so Bonitz. Thiago da Silva Magon – einer von sechs Brasilianern im TuS-Kader – bedankte sich mit der Gästeführung (23.).

Halbzeitübergreifend fuhr der SV Germania zwar einen bis zwei vielversprechende Konter, doch am Ende fehlten Präzision, Entschlossenheit oder auch der letzte Pass, um zum eigenen Torerfolg zu gelangen. In den letzten 25 Minuten spielten die Altmärker, die in der Vorbereitung gute zwei Wochen weiter sind, ihre konditionellen Vorteile aus und legten durch Clayton Roberto da Costa Silva (68.) und Tim Prenzel (68.) zwei weitere Treffer nach, die in die Kategorie „verschmerzbar“ fielen.

Weitaus wichtiger als das Ergebnis war es aus SVG-Sicht, drei Wochen vor dem Start in die Pflichtspiele auch taktisch einen Schritt nach vorn zu machen. Bekanntlich will Bonitz künftig mit einer Vierer-Abwehrkette operieren lassen, überraschend gut funktionierte am Sonnabend schon die Abstimmung in der Defensive. „Insgesamt war es ein guter Test, in dem sich auch ein paar Jungs aus der zweiten Mannschaft zeigen konnten.“

Ganz gewiss werden sie das am morgigen Sonnabend auch wieder tun, wenn der SV Fortuna Genthin ab 15 Uhr in Güsen gastiert. Gegen den Kreisligisten „werden unsere ‚jungen Wilden‘ gefragt sein. Ein, zwei Alternativen für die Startelf können nicht schaden.“
Güsen: Gärtner – Schüßler, Buchheim, Schmidt, Franke, F. Lamprecht, Linnecke, Pohl, M. Golz, Döbberthin (Röwer, Jawid, Mittag, Bünger, Maeße)
Wahrburg: Meinert – Paulo, Luiz Adriano, Schnee, Marlon, Prenzel, Thiago, Rieke, Schröder, Belling (Leonardo Junior, Audorf, Clayton, Keßler, Feißel, Igor)
Tore: 0:1 Thiago (23.), 0:2 Clayton (66.), 0:3 Tim Prenzel (68.); SR: Thomas Görges (Uetz), Jonas Schulze, Julien Stolze