Gommern/Genthin l Aus eigener Kraft kann das Saisonziel allerdings nicht mehr bewältigt werden. Es bedarf Schützenhilfe der Konkurrenz. Anpfiff ist Sonnabend, 15 Uhr, im Gommeraner Stadion am Volkshaus.

Gut 50 Kilometer trennen Genthin und Gommern räumlich betrachtet voneinander. So groß wie die Entfernung zwischen beiden Städten ist, so groß scheint auch die Derby-Rivalität zu sein. „Ich glaube nicht, dass es allzu viele Sympathien zwischen dem FSV Borussia und der SV Eintracht gibt“, weiß auch Kapitän Maximilian Reinshagen. Seine Gedanken vor dem schicksalhaften Spiel, das über Klassenerhalt oder Abstieg entscheidet, sind alles andere als negativ. „Ich bin positiv eingestellt. Für mich gab es dazu noch einen persönlichen Glücksmoment. Ich konnte meinen Dienst auf Arbeit tauschen, sodass ich in Gommern dabei sein kann.“

Vier Teams im Rennen

Vier Teams sind in der Landesklasse, Staffel II, im Kampf um den Klassenerhalt noch im Rennen. Empor Blau-Weiß Wanzleben, Germania Güsen, Kleinmühlingen/Zens und Borussia Genthin. Alle vier blicken gespannt auf das Saisonfinale. Die Genthiner wissen um die schlechtere Ausgangslage gegenüber den Güsenern. Dennoch bleibt Reinshagen gelassen und verrät, welchen Ausgang er bevorzugen würde. „Ich denke nicht unbedingt an Güsen. Meine Hoffnung ist, dass Kleinmühlingen/Zens beim SCM II verliert und wir sowie die Güsener gewinnen. Dann halten beide Mannschaften aus dem Jerichower Land die Klasse.“ Ob Kleinmühlingen/Zens da mitspielt?

Bilder

Zumindest wissen Reinshagen und Co. um das Formtief des TSV (seit elf Spielen ohne Sieg) und - noch viel wichtiger - um die eigene Stärke. Aus den vergangenen drei Partien hat die Elf von Detmar Gronwald sieben Punkte mitgenommen und hat den Abstiegskampf mittlerweile zu hundertprozent angenommen. Ein Sieg in Gommern ist also realistisch. „Dort fallen bekanntermaßen auf beiden Seiten immer viele Tore.“ Auch beim 3:3 im Hinspiel gab es ein halbes Dutzend davon. Damals boten beide Teams nur schwere Kost. Erst gegen Ende hin kam mehr Dynamik ins Spiel. „Bei zwei Toren haben wir uns richtig dämlich angestellt“, erinnert sich Reinshagen, der außerdem auf die Unterstützung der Zuschauer hofft. Mit dem jüngsten Aufschwung stieg auch die Unterstützung. Gegen Niegripp waren mehr als 100 Zuschauer im Stadion an der Berliner Chaussee. Zum Derby gibt es wieder eine gemeinsame Busreise. Vielleicht die vorerst letzte?

Gommern will Vollgas geben

Wenn es nach dem SV Eintracht geht, ja. Olaf Worschech und seine Mannschaft wollen sich mit einem Sieg aus der Aufstiegssaison verabschieden. Von einem lockeren Auslaufen will er nichts wissen. „Wir wollen noch einmal Vollgas geben und absolut keine Zweifel an einer möglichen Wettbewerbsverzerrung aufkommen lassen.“ Auf Teufel komm raus will man den Sieg aber nicht erzwingen. „Sicherlich werden wir aus einer sicheren Grunddefensive heraus unser Spiel aufbauen und uns konzentriert die Räume erarbeiten.“

Die Resultate der vergangenen Begegnungen stimmten nicht immer zufrieden. Zwar gab es ein 3:0 gegen Güsen, danach allerdings ein umstrittenes 2:2 bei Kleinmühlingen/Zens. Besonders eine Situation sorgte für erhitzte Gemüter. Das Schiedsrichtergespann entschied auf Elfmeter, obwohl das Foul „vier Meter außerhalb des Strafraums“ passierte. Dennoch hätte die Mannschaft viel „Charakter gezeigt.“ Der soll auch morgen zum Vorschein kommen. Eins steht fest: Druck haben die Gommeraner keinen. Den haben einzig und allein die Genthiner.