Burg l  An der Tabellenspitze hat sich dabei ein Dreigestirn festgesetzt: Borussia Genthin, Eintracht Gladau und Grün-Weiß Möser haben die größten Titelchancen. Mit 46 Punkten führt Genthin die Tabelle an. Dahinter lauern Gladau mit 43 und Möser mit 41 Zählern. Selbst Union Heyrothsberge II, mit zwar nur 36 Punkten, aber einem absolvierten Spiel weniger, darf sich noch Hoffnungen machen. Doch wer hat die besten Karten im Aufstiegskampf?

Mit breiter Brust gehen die Borussen die letzten sieben Punktspiele an. Sie haben seit dem vierten Spieltag fast ununterbrochen den Platz an der Sonne belegt und es selbst in der Hand, ob der direkte Wiederaufstieg gelingt.

Trainer Sebastian Kroll: „Unsere Stärke ist die gute Mischung aus Jung und Alt. Wir haben den jüngsten Kader – mit vielen jungen Wilden, aber auch mit routinierten Spielern mit Landesklasse-Erfahrung. Außerdem haben wir eine sehr gute Offensive. 60 Tore sind Liga-Bestwert. Man muss trotzdem sagen, dass wir manchmal noch zu fahrlässig mit unseren Chancen umgehen. Das war auch im Topspiel in Gladau so, wo nicht die bessere, sondern die effektivere Mannschaft gewonnen hat. Inzwischen haben wir es aber auch geschafft, die beste Abwehr zu stellen.“

Rückschläge durch die angesprochene Pleite in Gladau und das folgende Unentschieden gegen Bergzow hat das Team gut weggesteckt. Zudem blieb die Mannschaft bisher vom Verletzungspech verschont. Beste Voraussetzungen also, um den Titel einzufahren.

Doch Kroll warnt, nicht nur im Hinblick auf den noch anstehenden Vergleich mit Grün-Weiß Möser am vorletzten Spieltag: „Uli Hoeneß hat auch gesagt, dass der Sieg gegen den BVB wichtig, aber nicht entscheidend ist. So ist das auch bei uns. Wir haben noch viele schwere Spiele vor uns. Im Hinspiel gegen Heyrothsberge haben wir gerade so ein 3:3 geschafft und außerdem stehen noch die Derbys gegen Jerichow und Tucheim an – da sind alle hochmotiviert. Das wird auf jeden Fall noch spannend.“

Zur Spannung hat die Gladauer Mannschaft mit dem 2:1 gegen Genthin Anfang März ihren Teil beigetragen. Nach Platz zwei und drei in den vergangenen Jahren scheint der ganz große Wurf möglich, denn nach einem schwachen Saisonstart war die Eintracht der Senkrechtstarter der Liga, belegte zeitweise sogar Rang eins. Doch die Niederlage gegen Möser war ein Rückschlag. In der Rückrundentabelle belegt das Team von Torsten Schönbeck „nur“ Rang vier.

Der Trainer mit Blick auf das Restprogramm: „Der Abstand ist nur gering, aber die Meisterschaft war auch nicht unsere Priorität. Vielleicht sind eben nicht die Topspiele entscheidend, sondern die Konstanz insgesamt. Gerade Gegner, von denen es keiner erwartet, können einem das Leben schwermachen – so wie es uns in Möckern passiert ist. Am Wochenende spielen wir gegen Jerichow, da haben wir uns in der Vergangenheit auch schwer getan. Eine Mannschaft wie Bergzow hat Genthin ein Remis abgeluchst und Möser auch. Es gibt immer Überraschungen, oder Mannschaften, die gerade einen Lauf haben. Was auf uns noch wartet, ist kein Pappenstiel. Am Ende kämpft Tucheim am letzten Spieltag vielleicht gegen uns noch um den Klassenerhalt – bei so einer Konstellation kann man keinen Favoriten ausmachen.“ Der Schwachpunkt der Eintracht könnte über die lange Saison gesehen die Personalsituation sein. Schönbeck: „Unserem Kader fehlt die Breite. Wir werden jetzt das Beste daraus machen.“

Immer Verfolger, nie der Gejagte: Grün-Weiß Möser hat die Tabellenspitze stets im Blick und sich in den direkten Vergleichen mit der Konkurrenz aus Gladau (3:2-Rückrundensieg) und Genthin (2:2) gut geschlagen. Trotzdem ist das Team nur Dritter, nachdem es in der vergangenen Woche in Brettin mit 3:5 Toren unterlag. Trainer Henry Jentzsch: „Diese Niederlage war sehr ärgerlich. Die letzten Wochen haben wir konstant auf hohem Niveau gespielt, jetzt hatten wir mal einen richtig schlechten Tag. Ich hoffe, dass sich Genthin und Gladau vielleicht auch noch Ausrutscher leisten. Dann haben wir es gegen Genthin am vorletzten Spieltag vielleicht selbst in der Hand.“ Der große Trumpf im Meisterschaftsrennen könnte für Jentzsch im Teamgeist seiner Mannschaft liegen: „Das ist ganz klar unsere Stärke. Die Jungs halten nicht nur auf dem Platz zusammen, sondern auch in der Freizeit. Das ist schon extrem.“