Burg l Die Gegner von Pascal Thiede hießen am Sonnabend nicht nur Alexander Himburg und Andy Hentschel. Sie waren also nicht nur in der Innenverteidigung des FSV Grün-Weiß Ilsenburg zu suchen. Als der 19-Jährige nach 18 Minuten eingewechselt wurde, spielte er auch gegen die namenlosen Skeptiker außerhalb des Platzes an. Als Thiede sich vor Wochen entschlossen hatte, zu seinem Ausbildungsverein nach Burg zurückzukehren, hatten sie geunkt: Hat jemand, der bislang nur auf eineinhalb Jahre Erfahrung in der Kreis- oberliga zurückblickt, auch das Zeug dazu, zwei Spielklassen darüber zu bestehen? Nachdem der Aufsteiger sein Saisondebüt in der Landesliga gemeistert hat, konnte es nur eine Antwort darauf geben: ja. Das Tor des Tages beim 1:0 (0:0)-Heimsieg des BBC 08 ging auf das Konto von Thiede.

In der Kreisoberliga, wo der Stürmer in 27 Spielen für Tucheim beachtliche 15 Treffer erzielt hatte, mochte er schon größere Herausforderungen bewältigt haben als jene, vor der nach 59 Minuten stand: Nachdem Ilsenburgs Torhüter Artur Ceglarek eine Flanke von Christopher Schmidt nicht festhalten konnte, landete der Ball vor den Füßen des Youngsters. Der musste zwar nur noch in leere Tor einschieben, doch fragen Sie mal eine erfahrene Offensivkraft. Die wird Ihnen bestätigen, dass man diese Gelegenheit erst einmal erahnen, an der richtigen Stelle stehen und im Eifer des Gefechts zielgerichtet verarbeiten muss.

Der Gegner überrascht

Die geschilderte Szene blieb zudem das einzige Geschenk, das die Gäste den Burgern bereiteten. Der FSV bescherte seinem Gegner eine 90-minütige Belastungsprobe, die nach dem personellen Umbruch im Harz nicht unbedingt zu erwarten war. BBC-Trainer Michael Hucke hatte aber zumindest die richtige Vorahnung: „Wir waren darauf eingestellt, dass Ilsenburg giftig sein würde.“ Der FSV überließ den Gastgebern in den meisten Situationen das Spiel, sorgte aber selbst für die großen Aufreger: Joao Victor Gomes-Paranagua legte sich etwa den Ball zu weit vor und wurde im letzten Moment von Burgs Keeper Sascha Krüger gebremst (35.). Den Abpraller setzte Vincent Minkner neben das Tor. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte zerschellte zudem ein Freistoß der Gäste an der Torlatte.

Auch nach der Pause „hatten wir eine schwierige Phase zu überstehen. Ich will nicht sagen, dass wir beeindruckt waren, hatten aber zu viel mit uns selbst zu tun“, bemängelte Hucke. Doch das Glück war ein an diesem Tag ein Burger: Erst wurde der grün-weiße Führungstreffer aus Abseitsgründen aberkannt (52.), dann folgte auf der anderen Seite Ceglareks unfreiwillige Vorlage für Thiede. „Normalerweise sind wir eine Mannschaft, die danach auf das 2:0 geht. Aber wir haben trotz der Führung zu selten zu unserem Spiel gefunden. Dass wir uns so lange quälen müssen, war sicher nicht optimal mit Blick auf den Rest der Woche“, kritisierte der Burger Coach. Denn da wartet neben dem Landespokal-Duell mit Saxonia Tangermünde am Mittwoch (18 Uhr) auch noch am Freitag das Kreispokal-Endspiel gegen Brettin/Roßdorf (19 Uhr).
Burg: Krüger – Ch. Madaus, Gase, Schäfer, Ca. Madaus, Zimmer, Westhause, Lichtenberg (85. Lattki), Hannan (18. Thiede), Teege (75. Schlüter), Schmidt
Ilsenburg: Ceglarek – Hentschel, Himburg, Schelenz, Annemüller (67. Lange), Paranagua, Minkner (77. Flieger), Habel, Horodecki (75. Donner), Neugebauer, Stöltzner (87. Klaus)
Tor: Pascal Thiede (59,); SR: Sebastian Görmer (Dessau), Enrico Krause, Chris Michael Herold; ZS: 111