Gerwisch l Der Kassensturz am Tag danach hat für jedes graue Haar bei der Vorbereitung entschädigt. Denn natürlich war es wieder „mit enorm viel Aufwand verbunden, so ein Turnier auf die Beine zu stellen“, wie René Pinske erklärte. Der reibungslose Ablauf des fußballerischen Schlagabtauschs von acht Teams ist dabei die eine Sache. Was aber vom Organisieren der Tombola-Preise bis zur Versorgung und dem Einlass in der Halle noch an einem Event wie dem Nigari-Cup hängt, eine logistische Herkulesaufgabe. Eine, die sich aber auch bei der zehnten Auflage für den Chef-Organisator des Turniers und sein Team von der SG Blau-Weiß Gerwisch gelohnt hat. Insgesamt sind 3001 Euro für die Stiftung Elternhaus des Magdeburger Förderkreises krebskranker Kinder zusammen gekommen.

Rekord-Spendensumme

Was mit Sachspenden anfing und zwei Auflagen später erstmals einen vierstelligen Betrag hervorbrachte (1010 Euro), hat sich nun also in einer neuen Rekord-Spendensumme widergespiegelt: Das 2010 aus der Taufe gehobene Turnier ist in der Region längst nicht nur eine der Top-Adressen in Sachen Hallenspektakel, sondern bescheinigt Gerwischs Fußballern ein enorm großes Herz. Abteilungsleiter Pinske richtete den Dank aber vor allem in Richtung der Zuschauer: „Wir haben in diesem Jahr über 2000 Tombola-Lose, so viele wie nie zuvor, verkauft. Die Leute waren offenbar ziemlich scharf auf die Preise.“ Daneben wurde in der Halle bei einer Versteigerung eifrig gesammelt und bereits eine Woche zuvor, beim traditionellen Straßencup, kamen rund 250 Euro an Spendengeldern zusammen. In Kürze soll die Gesamtsumme wie gewohnt an die Stiftung Elternhaus um Prof. Dr. Uwe Mittler überreicht werden.

Aus sportlicher Sicht wollte sich die SG Blau-Weiß dagegen weniger in Geberlaune präsentieren. Doch nach dem 4:0-Auftaktsieg über Landesklasse-Rivale Germania Olvenstedt in der Gruppenphase war der Wurm drin. „Nachdem wir stark gestartet sind, haben wir es in den anderen beiden Spielen ebenso schnell wieder vergeigt“, nahm Pinske die 1:2- und 0:2-Niederlagen gegen den SSV Besiegdas Magdeburg und den Burger BC 08 vorweg. Mit Platz drei blieb den Gastgebern so die Tür zur K.o.-Runde verschlossen. „Das war schon sehr ärgerlich, wir wollten unbedingt ins Halbfinale.“

Auch das zweite Team mit Gerwischer Bezug, die Traditionsauswahl um den einstigen SG-Edeltechniker Mario Träbert, musste bereits vorzeitig die Segel streichen. Obwohl mit einigen klangvollen Namen besetzt, zogen die Routiniers gegen die weitaus jüngere Konkurrenz in der Gruppe B in allen drei Auftritten den Kürzeren. „Für die Zuschauer wäre es natürlich wünschenswert gewesen, dass wenigstens eins der beiden Teams bis zum Schluss dabei ist. Aber das tat der Stimmung keinen Abbruch. Auch so haben wir ein absolut tolles Turnier mit attraktivem Fußball erlebt.“

Das lag nicht zuletzt am späteren Sieger. Vorjahressieger SV Fortuna Magdeburg füllte als einziger Verbandsligist im Teilnehmerfeld nicht nur die Favoritenrolle perfekt aus, sondern zeigte auch den besten Fußball. Das musste im Halbfinale auch der BBC 08 anerkennen. Mühsam gestartet, hatte sich der Landesligist aus Burg als Gruppenzweiter doch noch für die Runde der letzten Vier qualifiziert, blieb aber beim 0:2 chancenlos.

Unioner im Finale geschlagen

Parallel schaltete der SV Union Heyrothsberge mit dem SSV Besiegdas das Überraschungsteam des Abends aus. Die Landesklasse-Elf aus Magdeburg zündete ein wahres Offensivfeuerwerk und durfte sich als Belohnung über die von Landrat Steffen Burchhardt gestiftete hochprozentige Ehrung für die meisten Turniertreffer aller acht Teams trösten.

Wenngleich nicht mit dem kompletten Landesliga-Kader ins Rennen gegangen, enttäuschten auch die Unioner nicht. Im Endspiel lieferte der Cup-Rekordsieger (dreimal Platz eins) den Landeshauptstädtern einen Schlagabtausch, in dem sich die namensgebende Fortuna schließlich erst im Neunmeterschießen auf Seiten der Magdeburger schlug.