Heyrothsberge l Unzählige Male hat André Hoof in den vergangenen Wochen die Namen auf der inneren Taktiktafel hin- und hergeschoben. Spieler im Kopf dort aufgestellt, wo sie dem SV Union und ihrem Trainer am meisten nutzen. Sich mit Formationen und Grundausrichtungen beschäftigt, die Raum zum situationsbedingten Reagieren lassen. Im Training auch jene mitgenommen und motiviert, die es schwer haben werden, einen Platz in der ersten Elf zu ergattern. „Man baut sich nach und nach in der Vorbereitung ein Gerüst zusammen“, erklärt Hoof und schiebt nach: „Nur um dann zu beobachten, wie es wieder einstürzt.“

Wenn die Unioner am Sonnabend um 15 Uhr nach fünf Monaten Corona- und Sommerpause wieder in den Wettkampfbetrieb starten, dann ohne eine Vielzahl wichtiger Bausteine. Marcus-Antonio Bach plagt sich seit dem Test gegen Ottersleben mit muskulären Problemen herum. Marcel Gieseler musste gegen Reppichau nach zehn Minuten vom Platz und ist seither verletzt. Benjamin Schäfer weilt im Urlaub. Mit André Wittpahl und Philipp-Maik Witte sind beide Neuzugänge für die linke Seite angeschlagen, ihr Einsatz ist fraglich. Doch allen Widrigkeiten zum Trotz sieht der Trainer keinen Grund, den Auftakt bereits abzuschreiben: „Vor einem Jahr wären wir an so einer Situation zerbrochen. Zum Glück sind wir inzwischen so aufgestellt, dass wir immer noch eine schlagkräftige Truppe aufbieten können.“

Lange Ausfallliste

Man muss im Sommer nicht jeden Transfer bis hinunter zur Kreisliga auf dem Schirm gehabt haben, um zur Feststellung zu gelangen, dass im besten Fall auch der beste Kader auf dem Platz stehen sollte, um gegen Ummendorf zu bestehen. Mit Ex-Drittliga-Profi Christopher Handke und zuletzt Matthias Deumelandt hat der Club aus der Börde seine Ansprüche auch nominell untermauert. „Der USV hat sicher eine Menge Qualität hinzu gewonnen. Zusammen mit den Preussen ist dort in dieser Saison sicher der Top-Favorit zu suchen“, schätzt Hoof ein, hebt aber hervor: „Mit dem Druck muss man auch erst mal umgehen können.“ Für die Heyrothsberger gibt es ohnehin keinen Grund, ängstlich an die Aufgabe heranzugehen: „Ein Heimspiel vor hoffentlich größerer Kulisse sollte ein paar zusätzliche Prozentpunkte aus uns herauskitzeln.“