Magdeburg/Gerwisch l „Ich habe ihn nach der Leistung vom vergangenen Wochenende erst einmal in den Urlaub geschickt und die Sache wieder selbst in die Hand genommen“, war Rene Pinske, der Trainer der SG Blau-Weiß Gerwisch, nach dem 3:1 (1:1)-Auswärtssieg seiner Mannschaft zu Scherzen aufgelegt. Gemeint war Philipp Baumgartl, Pinskes Co-Trainer, der ihn am vergangenen Spieltag an der Seitenlinie vertreten hatte. Die gute Laune des Chef-Trainers war verständlich, denn von der desaströsen Leistung der Vorwoche war in der Landeshauptstadt nichts mehr zu sehen und so konnten sich die Gäste über den ersten dreifachen Punktgewinn der Saison 2019/2020 freuen.

Dabei weckte der Auftakt Erinnerungen an das 0:6-Heimdebakel am vierten Spieltag. Gerwisch machte sich das Leben selbst schwer und brachte die Hausherren so ins Spiel, die diese Einladung zum Führungstreffer in der 13. Minute ausnutzten. In der Folge zeigten die Gäste jedoch die richtige Reaktion und wurden mit fortlaufender Zeit zunehmend selbstbewusster und spielbestimmender, wofür sie sich nach einer halben Stunde mit dem Ausgleichstreffer zum 1:1 belohnten, mit dem es auch in die Pause ging.

Nach dem Seitenwechsel war es zunächst ein Duell auf Augenhöhe, bei dem beide Teams immer wieder zu Torchancen kamen, diese aber nicht zu nutzen wussten. Blau-Weiß brauchte wieder ein wenig Zeit, um völlig in die Partie zu finden, nachdem das aber schließlich der Fall war, war die Pinske-Elf wieder das bestimmende Team. Der HSV Medizin wusste sich in der Defensive oftmals nur durch Foulspiele zu helfen und musste nach einer Gelb-Roten Karte die Schlussphase in Unterzahl bestreiten. Der Ehrgeiz der Gäste war nun endgültig geweckt, sich für die Leistungssteigerung zu belohnen und so war es eine Viertelstunde vor dem Schlusspfiff Daniel Wallborn, der einen der vielen Angriffsversuche für seine Farben im Tor unterbrachte.

Die Hausherren warfen noch einmal alles nach vorn, doch damit boten sich auch immer wieder Räume für Gerwisch, die nicht nur verteidigten sondern auf den Entscheidungstreffer spielten. In der vierten Minute der Nachspielzeit sollte dieser schließlich durch den eingewechselten Maximilian Merten fallen, der den Schlusspunkt unter einem umjubelten Gerwischer Comeback setzte. Unmittelbar nach dem Wiederanstoß pfiff Schiedrichter Max Goroncy die unterhaltsame Partie ab.

„Wir haben uns das Leben anfangs selbst schwer gemacht und den Gegner zu sehr ins Spiel kommen lassen, aber am Ende ist es wichtig, dass wir die drei Punkte eingefahren haben“, meinte Pinske nach dem Abpfiff. „An diese Leistung können wir anknüpfen und sie am besten über die kompletten 90 Minuten auf den Platz bringen, dann geht der Blick in der Tabelle wieder nach oben.“ Am kommenden Wochenende heißt es die Leistung gegen Schlusslicht SSV Samswegen zu bestätigen, die ebenfalls erstmals gewinnen konnten.