Heyrothsberge l Der moderne Kunstrasenplatz spaltet die Fußballwelt in zwei Lager. Für die Einen ist er aufgrund des geringen Pflegeaufwands und der Allwettertauglichkeit ein Segen. Andere wiederum sehen in dem Grün ein Plastikobjekt, das den Fußball in seiner Form stark einschränkt, weil beispielsweise die ein oder andere risikobehaftete Grätsche erst gar nicht angesetzt wird.

In Heyrothsberge sieht man das sicher genauso. Dennoch würde Trainer Torsten Marks an diesem Wochenende zu den Befürwortern des unechten Grüns gehören. „Wir sind bereit und heiß auf Preussen. Es wäre schade, wenn das Spiel abgesagt und der Zeitplan der Rückrunde noch enger gestrickt wird.“ Marks weiß auch, dass die Wahrscheinlichkeit dafür sehr gering ist, da der Platz beim letzten Training am Dienstag in einem „katastrophalen“ Zustand war. Seitdem dürfte der gefrorene Boden nicht wirklich aufgetaut sein.

Kunstrasenplatz zu klein

Einen Plan B gibt es. Zwar besitzt der SV Union einen Kunst-rasenplatz, doch der ist für den Pflichtspielbetrieb nicht zugelassen. „Es fehlen in der Länge ein paar Meter.“ Das ist bitter für den Tabellenelften. Diese Alternative hätte man morgen ab 14 Uhr gut gebrauchen können. So gibt es bis dahin keine klare Entscheidung, ob das eigentlich noch zur Hinrunde gehörende Spiel stattfinden kann.

Ein Tausch des Heimrechts hätte das Problem lösen können, da in Magdeburg ein solcher Kunstrasenplatz existiert. Eigentlich ist dies bei frühzeitiger Anbahnung auch möglich. Da die Partien gegen den MSC Preussen aber die beiden jeweiligen Halbserien abschließt, darf aus Gründen der Wettbewerbsverzerrung nicht getauscht werden.

Fernab der morgigen Ansetzung hat der SV Union Heyrothsberge ein ausgiebiges Vorbereitungsprogramm absolviert. Drei Testspiele und zwei Hallenturniere hatte Marks Zeit, um mit seiner Mannschaft die ersten „Gehversuche“ im neuen Jahr zu unternehmen.

Youngster bereit für A-Elf

Summa summarum fällt das Fazit durchweg positiv aus. Union gewann nicht nur den Thomas-Kison-Schlegel-Cup des SV Eintracht Gommern und den eigenen Nigari-Cup, sondern auch alle Testspiele gegen Börde II (2:1), Besiegdas Magdeburg (7:1) und Rot-Weiß Zerbst (3:1). „Besonders die zweite Halbzeit gegen Zerbst und die Erste gegen Besiegdas hat mir gut gefallen. Nur das Spiel beim MSV Börde war wegen der schlechten Witterung nicht so optimal“, resümierte Marks. Noch wichtiger sei allerdings die Tatsache, dass bis auf Mike Pinno (langzeitverletzt) alle ohne größere Probleme durch die Winterpause gekommen sind.

Wie so oft nutzen einige Spieler die Phasen des Experimentierens, um auf sich aufmerksam zu machen. Speziell die jungen Wilden drängten sich für Startelfeinsätze auf. Dazu gehören Maximilian Schmidt und Gino Tandel. Schmidt hat die Nachwuchsklassen des SV Union durchlaufen und stand zuletzt acht Mal im Kader der zweiten Mannschaft. Er steht vorwiegend als Abwehrspieler zur Verfügung. Gino Tandel wechselte vor der Saison von TuS Magdeburg-Neustadt nach Heyrothsberge. Der 21-Jährige ist im Sturm einsetzbar. „Mich hat es riesig gefreut, dass sie während der Testspiele gute Leistungen gezeigt haben.“

Damit dürfte der Konkurrenzkampf auf den entsprechenden Positionen noch etwas größer werden.

Es fehlen: Mike Pinno (langzeitverletzt); SR: Benedict Ohrdorf (Süplingen), Jonas Böttger, Felix Bausenwein