Thale/Heyrothsberge l Kein Wille, keine Laufbereitschaft, keine Spielstruktur. Beim SV Union Heyrothsberge lief am Sonnabend wenig bis nichts zusammen. Das einzig Positive des „verschenkten“ Auswärtsdreiers waren die - man will es kaum glauben - äußeren Umstände. „Der tolle Kunstrasenplatz hat regelrecht zum Fußballspielen eingeladen. Die Bedingungen waren auf höchstem Niveau. Mehr als einen starken Adrenalinschub, um die klirrende Kälte auszublenden, hat es nicht gebraucht“, lobte der Heyrothsberger Trainer Torsten Marks den erst 2017 eröffneten Kunst-rasenplatz in Thale.

Das „Grün“ hatte seinen Job also gut gemacht, was man von den 22 Beteiligten nicht behaupten konnte. Aus Union-Sicht war es die bisher schlechteste Saisonleistung, was nicht bedeutet, dass Thale in irgendeiner Form überzeugte.

Thale kann Abstiegskampf

Mindestens genauso schlecht spielend, machten die Harzer situativ betrachtet - Thale war vor diesem Spiel mit nur drei Zählern Schlusslicht der Liga - das einzig Richtige. Mit viel Herzblut aber wenig Können nahmen die Thalenser jeden Zweikampf an, liefen jeden Ball hinterher und „zerstörten“ somit das Spiel der Gäste, sofern denn eins zustande kam. „Das hatte mit Fußball nichts zu tun. Thale hat es letztendlich clever gemacht und uns den Schneid abgekauft. Wir haben uns das selbst zuzuschreiben“, meinte Marks und war spürbar bedient von der Darbietung seiner Mannschaft: „Ich kann meine Enttäuschung kaum in Worte fassen. Wir haben alle Tugenden vom Förderstedt-Spiel vergangene Woche (Union siegte 3:2) vermissen lassen. Es war schlichtweg eine Katastrophe.“

Für die 62 anwesenden Zuschauer war die Leistung auf dem Platz wohl eher eine Qual. Union und Stahl präsentierten zumeist Stückwerk statt Spielfluss. Die Passivität der Hausherren im Spiel nach vorn gepaart mit dem Willen jeden Zweikampf zu unterbinden, führte zu zahlreichen Unterbrechungen. Nur wenige Szenen boten fußballerische Passagen. Selbst das Tor des Spiels hatte aufgrund seiner Entstehung kaum Anlass zur Erwähnung. Ein lang geschlagener Ball brachte die Heyrothsberger Hintermannschaft in Bedrängnis. Thales Kai Meldau stand als Einziger richtig und schob den Ball in die lange Ecke.

Union konnte sich im zweiten Durchlauf zumindest etwas steigern und zeigte gelungenere Ansätze. Klare Torchancen gut fünf Meter vor dem Tor, „hätten die Führung herbeibringen müssen“. Doch dazu kam es nicht. Mit null Punkten und wenig Positivem ging es auf die lange Heimreise.

Immerhin hatte Thale Grund zum Jubeln. Mit dem Dreier ging es mit nun sechs Zählern einen Platz nach oben. Vor Torsten Marks und seiner Elf steht indes eine schwierige Woche. Viele Fragezeichen müssen in Ausrufezeichen umgewandelt werden. Bis zum nächsten Auftritt beim SSV Havelwinkel Warnau am 10. März bleibt genügend Zeit dafür.

Thale: Picek – Neuendorf, Bamberg, Mämecke, Köhler (90., Pollack), Lippert (86., Ritschel), Block (77., Gerbothe), Meldau, Lonscakovs, Michaelis, Broders

Heyrothsberge: Reinhold – Peukert, Schmidt (75., Stockmann), Horn, Bach, Voelckel, Frigerio (70., Tandel), Kloska, Rieche, Fischer, Thormeier (46., Zimmermann)

Tor: Kai Meldau (33.); SR: Marcus Peter (Amsdorf), Peter Dännhardt, Björn Uhlig; ZS: 62